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Projekt

Kraftakt für eine Klinik im Kongo

Projekt - Kraftakt für eine Klinik im Kongo
Schulterschluss mit Wimpeltausch: Martin ten Winkel (RC Gronau-Euregio) mit kongolesischen Rotariern

Mit Jet und Jeep einmal Kongo und zurück in vier Tagen: Der Einsatz für den guten Zweck lässt auch die größten Strapazen vergessen

Hartmut Bigalke30.04.2016

„Schon ein Kraftakt, aber sinnig“, resümierte Martin ten Winkel vom RC Gronau-Euregio nach seinem Besuch in der Demokratischen Republik Kongo. Das Land ist flächenmäßig sechseinhalbmal so groß wie Deutschland und zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Erde. Der Auftrag des Clubs lautete, den Bedarf für ein Entbindungshospital 170 Kilometer südlich der Hauptstadt Kinshasa zu ermitteln. Dazu gehörte auch, die Gebäude-planung, die Einrichtung und die Ausführung zu konkretisieren. Beim Bau des Spitals helfen auch der Redemptoristenorden und der RC Kinshasa-Gombe.

Wie notwendig die Investition ist, verdeutlichen ein paar Fakten: Für vier Millionen Frauen steht nur ein Gynäkologe zur Verfügung. Internisten übernehmen zwar oft die Betreuung, würden sie aber gerne Gynäkologen übergeben. Jede Stunde sterben zwei Frauen an einer Komplikation in der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Ein Solidarsystem wie unsere Krankenkassen gibt es nicht.

„Unsichtbare Hände“  
Kongo erhebt zwar Steuern, aber die örtlichen Machthaber investieren das Geld  nicht, sondern finanzieren damit ihren üppigen Lebensstil. Josef Kabila, der Präsident der Demokratischen Republik, ist seit mehr als 14 Jahren an der Macht und sichert seinen Einfluss in dem Land durch Verwandte in den wichtigsten Positionen. Projektverantwortlicher Martin ten Winkel sagt: „Staatlicherseits ist keine Hilfe oder Unterstützung zu erwarten. Wir müssen sogar aufpassen, dass uns die Regierung nebst Polizei oder Zoll in unserem Vorhaben durch eine Vielzahl unsichtbarer Hände nicht behindert.“

Die Mitglieder des RC Kinshasa-Gombe waren sehr kooperativ, so ten Winkel. Die Verhandlungen über das notwendige Memorandum of Understanding am letzten Tag seien in einem guten Geist verlaufen. Er sieht darin eine stabile Basis für das weitere Vorgehen: den Antrag für einen Global Grant zu stellen und die 50.000 Euro Eigenmittel als Grundlage zusammenzutragen. Bei dieser Größenordnung hat er nicht nur die umliegenden Clubs um Unterstützung gebeten, sondern auch bei mehreren Distrikten angefragt. „Mit Erfolg. Es wird in jedem Fall ein Multi-Distrikt-Projekt! Jeder Cent – auch von einzelnen Freunden – hilft bei dieser Hilfe zur Selbsthilfe, soll das Hospital doch langfristig aus den Erträgen bewirtschaftet werden.“

Hartmut Bigalke
Hartmut Bigalke ist Journalist mit 40 Jahren Erfahrung als Redakteur mit vielfältigen Führungsaufgaben bei großen Regionalzeitungen, u. a. Westfälische Nachrichten und Schwäbische Zeitung. Seit 2006 ist er Journalist im Ruhestand, seit 2009 Distriktberichterstatter für den Rotary-Distrikt 1870.