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Flensburg

Lernen aus den Fehlern der Vergangenheit

Flensburg - Lernen aus den Fehlern der Vergangenheit
Der Rotarier Joachim "Yogi" Reppmann gehört zu den Initiatoren der Rotarier-Konferenz im Mai 2022 © Yogi Reppmann

Wie in Zukunft Konflikte bewältigt und Frieden gewahrt werden kann? Diesen Fragen geht die Rotarier-Konferenz „Nationalism, Then and Now - How to Shape the Future“ vom 23. bis 27. Mai 2022 in Northfield/ Minnesota nach. Einer der Organisatoren ist Joachim (Yogi) Reppmann, Mitglied des RC Flensburg.

Can Özren28.09.2021

Der Tod von George Floyd im Mai vergangenen Jahres und die Stürmung des Kapitols haben für Schlagzeilen und Bestürzung weltweit gesorgt. Diese Vorkommnisse haben Rotarier in den USA zur Aufarbeitung nicht nur dieser Ereignisse, sondern auch des dunklen Kapitels der Sklaverei bewegt. Dabei fiel der Blick nach Deutschland und die Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen, die unter anderem durch die in 1265 Kommunen Deutschlands verlegten Stolpersteine geschieht.

"Das Motto der Konferenz heißt 'Peace – Inclusion – Equity' und erlaubt, unterschiedliche Erfahrungen, auch die der jüngsten Zeit, in die Diskussion einzubringen", erläutert  Historiker Reppmann, der auch Mitglied im RC Northfield/Minnesota ist, wo er die Hälfte des Jahres verbringt. "Ob koloniale Verbrechen, die Vertreibung der First Nations, Sklaverei, der Völkermord an den Juden, der alltägliche Rassismus gegen ethnische Minderheiten auch in vermeintlichen Musterdemokratien – alle diese Erfahrungen verlangen Antworten, denen sich eine am Gemeinwohl orientierte Kraft wie Rotary nicht entziehen darf", sagt Reppmann. 

Briefe aus dem Jahr 1932

Gemeinsam mit Tony Conn vom RC Keokuk/Iowa organisiert er die fünftägige Konferenz. Zusammengefunden haben die beiden über die Keokuk Peace-Pipe-Letters, die Conn 2016 in der Kleinstadt Keokuk am Mississippi, westlich von Chicago, entdeckt hatte. Dabei handelt es sich um für Rotary historische Briefe aus dem Jahr 1932 - einer Zeit, die von den Folgen der Weltwirtschaftsktise, der Flucht in Nationalismus und totalitäre Ideologien geprägt war. Jewett Fulton vom RC Keokuk erlebte das damals hautnah. Als junger Mann war er 1931 Teilnehmer der weltweiten Rotary Convention in Wien und bereiste anschließend für mehrere Wochen Europa.

Seine Eindrücke waren bedrückend. Ihn plagten böse Vorahnungen, wohin die politische Stimmung in Europa führen sollte. Fulton wollte nicht tatenlos zusehen. Zurück in den USA verfasste er einen leidenschaftlichen Appell für Frieden und Freiheit ("Let's smoke the Peace Pipe") und verschickte ihn im Namen des RC Keokuk an die damals 504 Rotary Clubs weltweit. 204 Clubs griffen seine Initiative aktiv auf und schrieben zurück. "Die bewegende, zeitlose Brief-Sammlung handelt von zwei zentralen rotarischen Grundwerten: der Völkerverständigung und dem Einsatz für den Weltfrieden", betont Reppmann. Diese Grundwerte soll die Konferenz aufgreifen. Nähere Informationen zur Konferenz gibt es unter www.peaceconference.us und zu den Peace Letters: www.rotary.de/a17646.