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Fulda

OP-Ausstattung für Ghana

Fulda - OP-Ausstattung für Ghana
Urologische Schulung im katholischen Hospital in Battor (Ghana) © Die Ärzte für Afrika e.V. (alle Fotos)

Die drei Fuldaer Rotary Clubs realisieren gemeinsam ein nachhaltiges Hilfsprojekt in Ghana mit "Ärzte für Afrika".

Christian Kaiser30.07.2019

In Ghana sterben Menschen an kleinen urologischen Problemen oder leiden daran ein Leben lang, weil sie keine medizinische Hilfe bekommen oder sich diese nicht leisten können. Hier wollen die drei Fuldaer Rotary Clubs helfen, zusammen mit der erfahrenen Hilfsorganisation "Ärzte für Afrika".

Gemeinsam und über einen Zeitraum von drei Jahren stellen der RC Fulda, der RC Fulda-Paulustor und der RC Rhön zunächst jeweils 6.000 Euro im Jahr dafür bereit. Die Federführung wechselt jährlich. Den Anfang machte der älteste Club, der RC Fulda.

Clubpräsident 2018/19 Tilman Kälble, als Urologe Klinikdirektor am Klinikum Fulda, hatte ein zu seinem Fachgebiet passendes Hilfsprojekt in Ghana ausgewählt. Angesichts der dortigen katastrophalen Verhältnisse brauchte er wenig Überzeugungskraft, um Unterstützung bei den Fuldaer Rotariern zu finden. Kommen doch auf die 28 Millionen Einwohner dieses afrikanischen Landes weniger als zehn Urologen!

Konkret geht es beim ersten gemeinsamen Hilfsprojekt um die Anschaffung von zwei robusten OP-Tischen für das katholische Hospital in Battor, eine Stadt mit 60.000 Einwohnern am Westufer des Voltasees. Hier gibt es derzeit keinen einzigen Urologen.

Ergänzend zu der Sachausstattung organisiert "Ärzte für Afrika" in Ghana zeitlich befristete freiwillige Einsätze deutscher Urologen. Während eines zweiwöchigen Arbeitsaufenthaltes können sie dort etwa 150 Patienten behandeln/operieren - unter zum Teil sehr schwierigen Bedingungen.

Als Partner der Rotarier vor Ort bringt "Ärzte für Afrika" zwölf Jahre Erfahrung ein und hat stabile Partnerschaften zu sechs Hospitälern und der einheimischen Ärzteschaft aufgebaut. So konnte im Laufe der Jahre bereits rund 10.000 urologischen Patienten geholfen werden. Der 1. Vorsitzende der Hilfsorganisation, Prof. Dr. Reinhold Horsch, ist übrigens Mitglied des RC Offenburg.

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Einheimische Fachkräfte arbeiten mit den Ärzten ohne Grenzen auch im OP zusammen.

Tilman Kälble wird im Herbst 2020 zu seinem ersten Einsatz nach Battor reisen - auch um die Ausbildung der Ärzte vor Ort voranzubringen und die Möglichkeit einer Kooperation mit dem Klinikum Fulda zu sondieren. Kälbles Oberarzt Dr. Yiakoumos war bereits als "Vorhut" in Ghana.

In einem ersten Schritt überreichten nun die amtierenden Präsidenten der drei Clubs dem stellvertretenden Vorsitzenden der Hilfsorganisation, Erhard Rübsam, einen Spendenscheck in Höhe von 20.000 Euro. Weitere Mittel werden folgen. Derweil ist die Beschaffung des OP-Tisches bereits angelaufen. Im Herbst 2019 werden erstmals deutsche Urologen an diesem Tischen operieren – zum Segen der mittellosen Patienten auf der langen Warteliste.