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Konstanz

Psychologische Hilfe für die Ukraine

Konstanz - Psychologische Hilfe für die Ukraine
In Kleingruppen wird die Gesprächsführung des psychosozialen Beratungsansatzes von Ipso eingeübt. © RC Konstanz-Mainau

Global-Grant-Projekt des RC Konstanz-Mainau ermöglicht weitere psychologische Hilfe für traumatisierte Menschen in der Ukraine.

Peter Leinberger01.02.2017

Kriegszerstörung, Flucht und Vertreibung, aber auch anhaltende Unsicherheit und Machtkämpfe in der Ukraine fordern ihren Tribut und haben bei der Bevölkerung Traumata mit vielfältiger Symptomatik, auch auf der körperlichen Ebene, zur Folge.

Unterstützt von Auswärtigem Amt und EU hat die gemeinnützige Organisation Ipso in den letzten zwölf  Jahren ein niederschwelliges psychosoziales Beratungsangebot entwickelt, das jetzt im Rahmen eines Hilfsprojekts auch in der Ukraine Anwendung findet. Dabei handelt es sich um einen kurzzeit-therapeutischen, lösungsorientierten Ansatz, der in Afghanistan bereits so erfolgreich eingesetzt wurde, dass er dort zu einem festen Bestandteil des Gesundheitssystems wurde. Über 380 Counselor haben dort in den letzten beiden Jahren rund 110.000 Menschen in Einzelgesprächen helfen können.

Bessere Betreuung duRch Global Grant

Um diese kurzfristig wirksame Form der psychosozialen Beratung auch Menschen in der Ukraine zugänglich zu machen hat der RC Konstanz-Mainau Ipso bereits im Jahr 2014 mit der Schulung von 70 PsychologInnen und MedizinerInnen in der Beratungsmethode beauftragt. Im Rahmen eines Global-Grant-Projektes kann diese Arbeit nun ausgeweitet werden. Ziel ist es, möglichst viele kriegs- und krisentraumatisierte Menschen in der gesamten Ukraine zu erreichen. Dazu werden 2017 weitere 30 psychosoziale BeraterInnen in zwei 10-tägigen Intensivtrainings ausgebildet. Über eine von Ipso bereit gestellte Online-Plattform wird es dann möglich sein, die psychologische Hilfe flächendeckend in der gesamten Ukraine anzubieten. Denn viele Bewohnerinnen und Bewohner aus der Provinz können sonst nur unter Schwierigkeiten auf das Angebot zugreifen.

Vermittelt und organisiert wurde das Projekt von Clubmitglied Alexander Kirjuchin, der zugleich Vorsitzender des Länderausschusses (ICC) Deutschland-Ukraine ist. Projektpartner sind die Rotary Clubs Charkov-City und Charkov-Multinational sowie die Ucrainian Association of Doctors and Psychologists. Die Rotarierin Inge Missmahl ist die Gründerin der beauftragten gemeinnützigen Organisation Ipso. Für ihre erfolgreiche Entwicklungsarbeit in Afghanistan und den hohen persönlichen Einsatz, den sie dafür erbracht hat, wurde sie in diesem Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Petra Reinmöller,
RC Konstanz-Mainau

Peter Leinberger
Peter Leinberger ist Rotarier seit 1981. Präsident des RC Bruchsal-Bretten 1991/92. Studium der Pharmazie und Studium der Tiermedizin. Nach zuletzt 35 Jahren Selbständigkeit seit 2014 im Ruhestand. Noch vielseitig engagiert u.a. im Tierschutz (TVT AK 6), der Erhaltung alter Haustierrassen (G.E.H.), der Kultivierung von Kakteen (spez. winterharter) und im sozialen Bereich (Pelikan-Verein zur Unterstützung der Palliativ-Station der Rechberg-Klinik, Dr. Gaide-Stiftung). Ab Juli 2015 Berichterstatter des Distrikts 1930 für das Rotary Magazin.