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RI-Präsident Holger Knaack zu Besuch beim Plastikmüll-Sammelbootsbauer

Aktuell - RI-Präsident Holger Knaack zu Besuch beim Plastikmüll-Sammelbootsbauer
Mit dabei bei einer EndPlasticSoup-Aktion: Fleix Knoll Berky (Fa. Berky), Clemens Geigl (Pacific Garbage Sreening), RI-Präsident Holger Knaack (von links) und dahinter Gert-Jan von Dommelen (EndPlasticSoup). RI-Präsident Holger Knaack zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Initiative. © EPS (beide Fotos)

Anfang September ließ der RI-Präsident sich im ländlichen Haren/Ems bei der Firma Berky über Initiativen zur Bekämpfung der Plastikvermüllung informieren

Frank Garrelts10.09.2020

2018 entstand bei den Amsterdamer Rotary Clubs die Idee, rotarischen Clubs weltweit die Problematik des Einwegplastiks näherzubringen und gemeinsam in Aktion zu treten. Daraus entstand die Inititative EndPlasticSoup.

Das Aachener Jungunternehmen Pacific Garbage Screening (PGS) entwickelt zusammen mit dem Harener Unternehmen Berky Plastikmüll-Sammelboote, die auch in  weniger tiefen Gewässern Abfälle sammeln können. Künftig wollen diese Parteien enger zusammenarbeiten, damit der Plastikmüll bereits in Flüssen, Kanälen und Seen abgefangen wird, bevor er ins Meer gelangen kann, wo es wesentlich schwieriger ist, Plastik zu entfernen.

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Holger Knaack im Gespräch mit den Initiatoren

Nach einer kurzen Begrüßung durch Governor Marja Ritterfeld berichtete Gert-Jan van Dommelen, Mitbegründer von EndPlasticSoup, über die Notwendigkeit zu handeln: Täglich werden Unmengen an Einwegplastikprodukten produziert. Wenn diese nicht richtig entsorgt oder wiederverwertet werden und sie in die Umwelt gelangen, gibt es einen Prozess, der das Plastik über Jahre hinweg in Mikroplastik zersetzt. Mikroplastikteile belasten die Umwelt in hohem Maße; bis jetzt kann man sie nicht aus dem Wasser filtern. Sie werden nicht nur im Wasser vorgefunden, sondern auch im Grundwasser und sogar in der Luft, die wir einatmen.

EndPlasticSoup möchte alle Rotary und Rotaract Clubs bewegen, sich gegen die Plastikvermüllung zu wehren. Die Rotary Vision ruft alle Rotarier auf, nachhaltige Veränderungen in allen Ländern, in der Nachbarschaft und bei jedem selbst zu starten. Genau dazu regt die Kampagne EndPlasticSoup - EPS - weltweit an. Van Dommelen berichtete über die Clubs, die in vielen Ländern auf der ganzen Welt bereits mitmachen: Aufräumaktionen, Unterrichtseinheiten, Bündnisse mit anderen Partnern (Kommunen, Unternehmen, NGOs)...

Auf diesem Weg geriet van Dommelen auch mit Pacific Garbage Screening (PGS) in Kontakt. Das Non-Profit-Unternehmen aus Aachen versucht, gemeinsam mit der Firma Berky und anderen Partnern aus dem Distrikt 1850, nicht nur Müll in Gewässern zu sammeln, sondern die Abfälle sofort zu screenen, damit sie direkt entsorgt beziehungsweise wiederverwertet werden können. Diese Entwicklung ist in vollem Gange und soll durch die Kooperation mit EndPlasticSoup weiter gefördert werden.

Clemens Feigl von PGS stellt außerdem Material vor, das man über interessierte Rotary-Clubs Schulen zur Verfügung stellen möchte. Wenn wir das Verhalten in Bezug auf Eingwegplastik verändern wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen und sie über die Gefahren dieses Wertstoffs aufklären. Zudem gibt es Angebote für Vorträge, Webinare und Schulbesuche.

Felix Knoll, einer der drei Geschäftsführer der Firma Berky, erzählt, wie er mehr oder weniger durch Zufall auf die Idee gestoßen ist, die in seinem Unternehmen gebauten Boote, bei der Sammlung von Abfall einzusetzen. Ein Video aus Indonesien, wo die Boote zur Säuberung von Ufern eingesetzt wurden, zeigte, wie dabei auch große Müllmengen eingesammelt wurden. So entstand die Idee eines Plastikmüllsammelbootes. Mit dem Partner PGS wird daran gearbeitet, die Boote nun mit einem Screeningverfahren auszustatten, um dann auf Plattformen die sofortige Sortierung des Mülls vornehmen zu können. Erste Testverfahren sind für Oktober geplant.

Holger Knaack zeigte sich bei der Betriebs- und Bootsbesichtigung beeindruckt. Der siebte Schwerpunktbereich von Rotary ist Umwelt und die in Haren gezeigten Lösungen können einen Beitrag zu mehr Bewusstsein und zu einer saubereren Umwelt liefern.

Frank Garrelts

Frank Garrelts, geboren 1951, ist Social Media Spezialist und Unternehmer aus Leidenschaft. Als Gründungsbeauftragter begleitete er die Entstehung des RC Worpswede und des 1. deutschen E-Clubs RC E-Club of D-1850. Er war Mitglied im Rotary Club Worpswede, Ehrenmitglied im Rotary Club E-Club of D-1850 und Associate Member im spanischen Rotary Club of Calvia International.  2008 war er im Distrikt 1850 für Presse und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich, 2009-2017 unterstützte er den Jugendaustausch im Distrikt. Seit 2017 ist er Distriktbeauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit und Social Media. Seit 2019 prägt er zusätzlich als Distriktreporter für das Rotary Magazin aktiv die Außendarstellung von D1850 und unterstützt seit Herbst 2020 auch als aktives Mitglied den Rotary Club E-Club of 1850.

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