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Buxtehude

Rotarier erhalten einzigartige Sgraffiti

Buxtehude - Rotarier erhalten einzigartige Sgraffiti
Die 1876/77 entstandene Fassade der hochschule 21 ist mit ihren Sgraffiti einzigartig in Norddeutschland. © RC Buxtehude

Die Fassade der privaten "hochschule 21" zählt zu einer der schönsten in der Hansestadt Buxtehude. Zum 40-jährigen Bestehen spendeten die Mitglieder des RC Buxtehude 20.000 Euro für die Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes.

Can Özren01.04.2017

Insgesamt 158 Felder, zum Teil bemalt, zum Teil gekratzt, zieren den Putz der Front und die Seiten des Hauptgebäudes. Das in den Jahren 1876/77 als Technikum errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz und weist mit seinen Sgraffiti erhaltenswerte Schmuckelemente auf. Die Sgraffiti in Buxtehude gelten als einzigartig in der norddeutschen Region. Um  den Fassadenschmuck zu erhalten, sind nun umfangreiche Restaurierungsarbeiten notwendig.

Der Förderkreis des RC Buxtehude hat anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Clubs nach einem geeigneten Förderprojekt im Bereich Denkmalpflege gesucht, die Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefunden und beschlossen, die Restaurierung der Sgraffitifelder finanziell zu unterstützen: 20.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Die Spende ist gekoppelt an 50.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSDS).

Albrecht Beyer, Vorsitzender des Förderkreises betont: "Durch die Beteiligung der Stiftung ist sichergestellt, dass unsere Spende in guten Händen ist. Wir freuen uns, dazu beitragen zu können, den Erhalt der Sgraffiti zu sichern.“

Ein Großprojekt mit vielen Spendern

Die Sgraffitokunst stammt aus Italien, Sie beschreibt eine Technik, bei der die Künstler das Motiv aus unterschiedlich farbigen Putzschichten herauskratzt. Die Buxtehuder Fassade, entworfen durch den Architekten Max Hittenkofer, orientierte sich an Renaissance-Bauten, etwa dem 1548 erbauten Palazzo Spada in Rom.

Bereits im Frühjahr 2016 hatte ein Expertenteam das Ausmaß der Schäden im Zuge einer umfassenden Untersuchung ermittelt. Ein Großteil der Kratzputz-Kunst lässt sich nicht mehr konservieren. Um den restauratorischen Lösungsansatz zu erarbeiten und den Finanzierungsbedarf zu ermitteln, wurde im zweiten Schritt ein Musterfeld restauriert. Das Ergebnis: Die Kosten für die Restaurierung aller Felder belaufen sich auf rund 400.000 Euro. „Es ist uns gelungen, Fördergeld und Spenden in ausreichender Höhe für die Wiederherstellung der Sgraffiti zu akquirieren“, sagt Dr. Rolf Jäger, Geschäftsführer der hochschule 21. Die private Fachhochschule zählt aktuell rund 1.000 Studenten, die in sieben dualen Bachelorstudiengängen und einem Masterstudiengang immatrikuliert sind.

Can Özren
Dr. phil. Can Özren arbeitet derzeit nach verschiedenen Redakteursposten als Pressesprecher der IHK zu Lübeck. Seit 2006 ist er Distriktberichterstatter für D 1890.