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Hamburg

"Rotary wird immer wichtiger"

Hamburg -
Amtsübergabe im Studio: Thomas Garske (RC Ahrensburg, links) nahm von Governor Wolfgang Bülow (RC Hamburg-Haake) den Staffelstab des ältesten deutschen Distrikts entgegen. © D1890/Özren (alle Fotos)

In einer sich immer schneller verändernden und fragiler werdenden Welt wird Rotary immer wichtiger - dank der Einmaligkeit seines weltumspannenden Netzwerks. Das wurde auf der Distriktkonferenz deutlich.

Can Özren01.07.2021

Moderatorin Antje Diller-Wolff (RC Hamburg-Haake, links) begrüßte Gäste im Studio und an den Bildschirmen, zugeschaltet sogar Gesprächspartner aus den USA - im Bild: Yogi Reppmann, der die Peace Pipe Letters in der rotarischen Welt bekannt machen möchte

Der scheidende Governor Wolfgang Bülow (RC Hamburg-Haake) hatte die Distriktkonferenz unter das Motto "Völkerverständigung" gestellt. "Wir sind eine weltweite Organisation. Bei meinen Clubbesuchen habe ich daher dafür geworben, sich über den eigenen Horizont hinaus zu engagieren", sagte er im Hamburger Studio. Wegen der Corona-Beschränkungen hatte der Distrikt 1890 wie schon 2020 zu einer Online-Veranstaltung eingeladen. Ingesamt zog Bülow eine positive Bilanz seines Amtsjahrs: "Ich habe viele aktive, aufgeschlossene Clubs kennengelernt, die Veränderungsprozesse eingeleitet haben."

"Beeindruckende Leistung"

Das bestätigte auch der Vertreter des RI-Präsidenten, PDG Franz Rainer Enste (RC Langenhagen-Wedemark). "Die von diesem Distrikt insgesamt geleistete Arbeit weiß ich sehr zu schätzen. Aus meiner Sicht kann man ihr das Prädikat 'Beeindruckend' verleihen! Nicht zuletzt mit der gewissermaßen federführenden Beteiligung an der Organisation der Convention hier in Hamburg vor zwei Jahren haben Sie im besten Sinne herausragende und nachhaltige Spuren hinterlassen", betonte er. Enste war gern in die Hansestadt gekommen, denn Bülow hatte ihn  als Präsident vor 20 Jahren aufgenommen.

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In den Pausen spielte das Trio "Saints in Action" Hits der 50er und 60er Jahre.

Dem Motto entsprechend ging Enste zunächst auf 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ein. Es sei Zeit, sich an Ausgrenzung und Verfolgung zu erinnern, aber auch an die vielen Einflüsse jüdischen Lebens auf Deutschland. "Wir haben ein besonderes Jahr. Aber kein Jubiläums- oder Festjahr, weil Vieles in den deutsch-jüdischen Beziehungen nicht immer Grund zum Feiern gegeben hat", so Enste. Deutsche und Juden seien auf einem guten Weg gewesen, auf dem aktuell leider Rückschläge zu verzeichnen seien. Rotary sei seiner Ansicht nach in einer besonderen Verantwortung, den "Kitt in unserer Gesellschaft zu erhalten und Risse zu heilen".

Respekt und Toleranz

Er ist davon überzeugt, dass Rotary in der sich rasch verändernden Zeit immer wichtiger werde. "Wir registrieren viele Fliehkräfte anstelle festgefügter Strukturen, eine große multipolare Unordnung anstelle von Stabilität. Wir erahnen, dass sich das Verhältnis der Menschen zu den Formen demokratischer Repräsentation und Legitimation grundlegend und in einer für uns heute noch nicht so richtig fassbaren Weise zu verändern scheint", sagte er. Aber die rotarische Gemeinschaft eröffne unendlich viele Möglichkeiten, "unsere Ideale von Humanität und Hilfsbereitschaft, von Respekt und Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen zu realisieren". Bevor Bülow sein Amt und den Staffelstab des ältesten deutschen Distrikts an Thomas Garske (RC Ahrensburg) übergab, rief er die Clubs dazu auf, sich wieder mehr auf die internationale Bedeutung Rotarys zu besinnen und außerdem auch Mitglieder mit ausländischen Wurzeln zum Präsidenten zu wählen.