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Myanmar

Swimming Doctors

Myanmar - Swimming Doctors
Die "Swimming Doctors 3" auf dem Weg zum nächsten Liegeplatz. © Michael Wassmuth (alle Fotos)

Die "Swimming Doctors" bringen mit inzwischen drei Schiffen eine medizinische Versorgung direkt zu den Menschen im Delta des Irrawaddy.

Christian Kaiser13.03.2017

Beim Durchstöbern der Online-Seiten des Rotary Magazins stieß Rotarier Michael Wassmuth (RC Frankenberg) auf einen Beitrag, der ihn sogleich faszinierte. Unter dem Titel „Die schwimmende Klinik von Myanmar“ wurde hier über die vom RC München-Mitte unterstützte medizinische Versorgung per Schiff im ehemaligen Burma berichtet. Im kaum erschlossenen Flussdelta des Irrawaddy – so war dort zu lesen - leben sechs Millionen Menschen an und auf dem Wasser.

Medizinische Hilfe ist hier oft erst nach langer Bootsfahrt zu erhalten – vorausgesetzt, die Kranken können sich den Arztbesuch überhaupt leisten. Deshalb bringt die deutsche gemeinnützige „Stiftunglife“ unter dem Namen „Swimming Doctors“ mit inzwischen drei Schiffen eine medizinische Grund- und Notfallversorgung direkt zu den Menschen im Delta. Kanäle und Flüsse werden hierbei nach einem festen Fahrplan mit vorgegebenen Liegezeiten im „Liniendienst“ abgefahren.

Die Schiffe sind mit allem ausgestattet, was eine mobile Klinik braucht: Untersuchungsräume, Diagnostik mit Ultraschall, EKG und Labor, OP-Einheit und Überwachungsraum sowie Zahnarztstuhl, dazu eine Apotheke. Das burmesische Team an Bord besteht aktuell aus  einem Allgemeinarzt, drei Schwestern, einem  Zahnarzt und einem Labortechniker.

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Auch die kleinen Patienten kommen aufs Schiff. Neugierig beäugen sie, was die fremden Ärzte tun. "Und was wird der Doc gleich mit mir machen?" - Häufig stellte Dr. Wassmuth mit seinen Kollegen Mangelernährung fest, deren Auswirkun sich bereits bei den Kindern zeigt.

Außerdem erfuhr der Allgemeinmediziner mit eigener Praxis in Battenberg, dass zur Unterstützung des Teams europäische Ärzte gesucht werden – auch um hohe medizinische Standards zu gewährleisten. Dr. Wassmuth nahm daraufhin gleich zwecks weiterer Informationen Kontakt auf und „heuerte“ schließlich an auf der „Swimming Doctors 3“. Die „Heuer“ beschränkte sich auf Kost und Logis; die beschwerliche Anreise erfolgte auf eigene Kosten.

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Tut es hier weh? - Dr. Wassmuth bei der Behandlung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die folgenden zehn Tage wird der Battenberger Arzt nicht so schnell vergessen: Täglich kamen rund 50 Patienten an Bord. Die meisten Krankheitsbilder kannte Dr. Wassmuth aus seiner Landarztpraxis. Dazu kamen Patienten mit Hautkrankheiten und hohem Blutdruck – offensichtlich eine Folge von Mangelernährung. Auch akute Notfälle wurden behandelt; darunter auch eine ältere Frau, für die – nachdem sie über viele Kilometer zum Schiff getragen worden war – allerdings jede Hilfe zu spät kam.

Ein Ausgleich für die äußerst schwierigen Arbeitsbedingungen mit konstanten 30 bis 35 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit war die ganz besondere Dankbarkeit und Herzlichkeit der Patienten. So kann sich Freund Wassmuth durchaus einen weiteren Einsatz als Swimming Doctor vorstellen – dann aber in einer klimatisch angenehmeren Jahreszeit.

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Das Team der "Swimming Doctors 3"       © Michael Wassmuth