Jens Wawrczeck, RC Hamburg-Steintor - „Gegen das Graubrot in der Kultur“

Jens Wawrczeck erlangte mit seiner Rolle als Detektiv Peter Shaw in der Hörspielserie „Die drei????“ Kultstatus, der bis heute anhält. 2014 geht es wieder auf Tour. © Christian Hartmann

12.04.2013

Jens Wawrczeck, RC Hamburg-Steintor

„Gegen das Graubrot in der Kultur“

Insa Fölster

Er pendelt zwischen seinen Wohnsitzen Hamburg, Berlin, Paris und New York. „Ich brauche die Rastlosigkeit, um kreativ sein zu können“, sagt Jens Wawrczeck. „Mich inspirieren Ortswechsel.“ Genauso rastlos wie im Privatleben ist der gebürtige Däne auch im Beruf. Schon mit elf Jahren stand er als „Krümel“ in Astrid Lindgrens „Die Brüder Löwenherz“ beim NDR in Hamburg vor dem Mikrofon. Sein Theaterdebüt hatte er mit 13 an den Hamburger Kammerspielen. Zwei Jahre später übernahm er die Rolle von Peter Shaw, dem Detektiv in der Hörspielserie „Die drei????“ – und erlangte damit Kultstatus, der bis heute anhält. 2014 geht das Dreier-Team – seit 38 Jahren in derselben Konstellation – wieder auf große Tour. Das Geheimnis des seit fast vier Jahrzehnten andauernden Erfolgs? „Dass wir so homogen wirken und ein Freundschaftsideal verkörpern“, sagt Jens Wawrczeck.

Kommunikation auf allen Kanälen

Nach dem Abitur absolvierte er seine Schauspielausbildung in Hamburg, Wien und New York. Als Kind wollte er Schauspieler werden, um seine Schüchternheit zu überwinden. Heute hat sich dieses Bedürfnis gewandelt in den Wunsch zu kommunizieren. Das macht Jens Wawrczeck auf allen Kanälen – als Schauspieler auf der Bühne, im Hörspielstudio, als Sänger und Hörbuchinterpret, gelegentlich auch als Synchronregisseur und Dialogbuchautor. Sich dabei immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen ist für ihn unerlässlich. Denn auch wenn er im tiefsten Inneren ein zögerlicher und eher vorsichtiger Mensch ist, überwiegt doch seine Sorge, „stehen zu bleiben, unflexibel zu werden und nicht authentisch zu sein.“ Eines seiner Hauptanliegen ist es, vernachlässigte und vergessene Literatur auszugraben und unter seinem eigenen Hörbuchlabel Edition Audoba wieder hörbar zu machen, wie zum Beispiel Roland Topors „Der Mieter“. Auch mit seinem Theaterensemble „Die Filmausleser“ geht er auf literarische Schatzsuche. Dort präsentiert er unbekannte Theaterstücke, die durch ihre Verfilmung zu Weltruhm gelangten. Denn Jens Wawrczeck ist ein leidenschaftlicher Filmfan. Manchmal, wenn er auftanken will, unternimmt er Spaziergänge in der Natur oder schaut einen der Filmklassiker, den er mit Sicherheit schon auswendig kennt. „Die erden mich“, sagt er, „und rücken die Welt wieder gerade“. In der heutigen Zeit die Aufmerksamkeit auf Stoffe zu lenken, die nicht dem Mainstream entsprechen, ist eine schwierige Aufgabe. Auch wenn er es selbst „den fast aussichtslosen Kampf eines Idealisten gegen das Graubrot in der Kultur“ nennt, möchte er nicht aufgeben. Seine Fangemeinschaft und andere Menschen unterstützen ihn dabei. Unterstützung von außen hilft ihm, dass seine Kreativität fließen kann – wie so oft bei Jens Wawrczeck in die verschiedensten Richtungen. Der Künstler lässt sich immer wieder von sich selber überraschen, schafft Platz für Freiräume und vermeidet allzu feste Pläne: „Fokus ja, Sturheit nein!“ Demnächst möchte er einen Blog starten und darin seine 100 liebsten Filme vorstellen. Eine weitere „Büchse, die geöffnet werden muss, ist die Musik“. Denn seine vielleicht größte Leidenschaft gilt dem Gesang. Geplant sind eine Kinderlieder-CD und ein Album mit „Lost Film Songs“. Im Hinterkopf hegt er außerdem den Gedanken, einen Roman über seine Familie zu schreiben. Der Titel? Seine augenzwinkernde Antwort: „Mein Leben – ein Fragezeichen“.

Erschienen in Rotary Magazin 4/2013

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