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Projekte über den Tag hinaus

Wann die Rotarier für ihre Vorhaben Zuschüsse erhalten können

Sybe Visser01.03.2016

Rotary unterscheidet sich von anderen Organisationen durch die Stärken, die in den Mitgliedern verankert sind. Viele Hands-on-Projekte zeigen, dass gerade die Treiber in den Ausschüssen der Clubs es verstehen, die anderen Mitglieder mitzureißen, um gemeinsam etwas aufzubauen oder auszubauen. Auf Projektinitiativen kommt es an.

Ein wichtiger Faktor für das Gelingen eines jeden Projektes ist und bleibt aber auch das finanzielle Budget. Stimmt der Anspruch des Vorhabens nicht mit dem zur Verfügung stehenden Geld überein, sind viele Aktionen bereits in der Ideenphase zum Scheitern verurteilt.

Deswegen spenden Rotarier auch großzügig, unabhängig davon, ob sie schon in Hands-on eingebunden sind oder nicht.  Für die internationalen Projekte gibt es darüber hinaus einen Topf für Projektförderung: die Rotary Foundation. 10 bis 25 Prozent unserer Spendengelder werden eingezahlt, um später an Clubs mit guten Projektvorhaben weiterverteilt zu werden. Das Projektbudget kann so erhöht werden, ohne die Eigenfinanzierung durch den Club zu sehr zu belasten.

Schwerpunkte entwickelt
Auf welcher Basis wird entschieden, welche Projektideen Zuschüsse aus dem zentralen Topf verdienen? Entscheidend sind

  • eine relevante Projektidee im rotarischen Rahmen und
  • eine gute Projektstruktur und -führung.

Eigentlich gelten diese Anforderungen für jedes Rotary-Projekt. Ist eine Projektidee von der Planung bis zur Umsetzung mit diesen Zielen verknüpft, wird auch die Unterstützung im Club fast von alleine kommen und dazu führen, dass bei Bedarf  zusätzliche Mittel bereitgestellt werden.

Für Projektideen im Rahmen von internationalen rotarischen Großprojekten hat die Rotary Foundation sogenannte Schwerpunktbereiche entwickelt: die Areas of Focus. Diese sollen eine Verzettlung in sozialen Projekten verhindern.

Auf den rotarischen Zielen basierend wurden die sechs Themenbereiche systematisiert, in denen Projekte über Mittelzuschüsse gefördert werden:

  • Frieden und Konfliktprävention beziehungsweise Konfliktlösung;
  • Krankheitsvorsorge und -behandlung;
  • Wasser und Hygiene;
  • Gesundheit von Mutter und Kind;
  • Bildung;
  • Wirtschafts- und Kommunalentwicklung.

Im rotarischen Jahr 2014/15 wurden weltweit 1087 Global Grants angestoßen. Platz eins ist und bleibt der Schwerpunkt der Bekämpfung von Krankheiten und der Krankheitsvorsorge. In diesem Rahmen lassen sich viele Projekte des Gesundheitswesens umsetzen. Wichtig ist, immer zu beachten, dass die Projekte nachhaltig wirken. Nachhaltig sein, das bedeutet nicht nur, dass endliche Ressourcen geschont werden, sondern auch dass ein Projekt so strukturiert wird, dass es später vor Ort ohne Rotary weitergeführt werden kann.

Spendable Rotarier

Zum Beispiel muss jedes Anschaffungsprojekt um ein entsprechendes Training der lokalen und regionalen Kräfte ergänzt werden, um die Integration neuer Geräte in die betrieblichen Abläufe sicherzustellen. Auch sind Wartungsmöglichkeiten und Wartungsintervalle mit dem Projektbegünstigten vor Ort im Sinne der Langlebigkeit der Geräte zu verabreden.

Der zweite Spitzenreiter ist die Förderung von Trinkwasser und Hygiene. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist die Voraussetzung für ein gesundes Leben. Täglich sterben weltweit mindestens 3000 Kinder an Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser verursacht wurden. Auch in diesem Schwerpunktbereich ist der Dreh- und Angelpunkt für eine Genehmigung von Zuschüssen der Nachweis, dass das angestrebte Projekt auch nachhaltigen Erfolg verspricht. Insgesamt 68,7 Millionen Dollar an Fördermitteln hat die Rotary Foundation für all diese angestoßenen Projekte innerhalb der sechs Fokusbereiche im Jahr 2014/15 bereitgestellt.

In einer repräsentativen Umfrage der Technischen Universität Dortmund unter 90 Clubs zum Spendenverhalten haben die deutschen Rotarier diese internationalen Fokusgebiete auch als Wunschgebiete bestätigt. Trotz der Tatsache, dass die meisten Clubs mit ihrem Spendenaufkommen größtenteils örtliche Projekte finanzieren, sind auch dabei die gleichen Prioritäten zu erkennen.

Spitzenreiter vertauscht
Zusätzlich zu ihrem nicht steuerlich absetzbaren Mitgliedsbeitrag spenden deutsche Rotarier im Schnitt 475 Euro jährlich an den eigenen Club sowie für internationale Rotary-Projekte. Das gesamte Spendenaufkommen der rund 53.000 deutschen Rotarier beläuft sich somit auf rund 25 Millionen Euro pro Jahr.

Insgesamt 47 Global Grants wurden im rotarischen Jahr 2014/15 in den deutschen Distrikten mit einem Gesamtvolumen von 2,097 Millionen Euro durchgeführt. Im Jahr 2013/14 waren es 37 Global Grants, jedoch war das Projektvolumen mit 2,780 Millionen Euro höher.

In Deutschland sind die Rollen der Spitzenreiter vertauscht, stehen hier auf Platz eins doch die Wasser- und Hygieneprojekte. Den zweiten Platz teilten sich 2014/15 die Global Grant Projekte in den Bereichen Elementarbildung und Krankheitsvorsorge und -behandlung.