Distrikt 1880

29.000 Euro für die humanitäre Hilfe in der Ukraine

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Die drei Erlanger Rotary Clubs haben bei einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion und Spendenaktion ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine gezeigt.

"Der Ukrainekonflikt: Krieg und Frieden!?", so lautete der Titel einer Podiumsdiskussion in Erlangen. Insgesamt sind durch die Club- und individuellen Zuspenden mehr als 29.000 Euro für zwei Schwerpunkt-Hilfsprojekte in der Ukraine zusammengekommen.

Im Projekt "Sauberes Wasser"“ der DGR-Task-Force Ukraine-Hilfe können so zwölf mobile Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen in der Ostukraine bereitgestellt werden. In einem zweiten Schwerpunkt werden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V. dringend benötigte Medikamente für Zivilkrankenhäuser im Raum Saporischschja geliefert.

In der Podiumsdiskussion brachten die vier Diskutanten unter Moderation von Rüdiger Baumann (BR) viele interessante Positionen in die Veranstaltung ein. Armin Staigis, General a.D. und Pastgovernor im Distrikt 1880, beschrieb die militärische Lage im Ukrainekrieg. Er konstatierte, dass aktuell eine Patt-Situation eingetreten sei und im Winter mit entscheidenden Fortschritten weder von Russland noch von der Ukraine zu rechnen sei.

Die emeritierte Professorin für internationale Politik an der TU Chemnitz und stellvertretende Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung Prof. Dr. Beate Neuss mahnte dringend eine Perspektive an. Die Ukraine dürfe nach einem eventuellen Waffenstillstand oder einem Ende des Krieges nicht alleine gelassen werden. Eine Art Marshall-Plan zur Stabilisierung der Nachkriegswirtschaft sei nötig und eine Perspektive für einen EU- und Nato-Beitritt des Landes.

Prof. Dr. Peter Dabrock, langjähriges Mitglied und Vorsitzender des deutschen Ethikrates erklärte, dass zwar immer auch Forderungen nach einem "Tyrannenmord" kämen. Die entscheidende Frage, sei aber wohl, was nach Putin komme und ob es Russland schaffe, die autokratische Periode zu überwinden.

Der langjährige UN-Sonderberichterstatter für Weltanschauungsfreiheit Prof. Dr. Heiner Bielefeldt setzt deshalb auf die Zivilgesellschaft in Russland. Die Friedensnobelpreise 2022 gingen an Gruppen aus Russland, Ukraine und Belarus. Bielefeldt zeigte sich auch zweckoptimistisch und hält die Unterstützung der Ukraine für unabdingbar. Die Diktatoren dieser Welt dürften nicht glauben, dass sie mit Angriffskriegen, Annexionen und Menschenrechtsvergehen so einfach durchkommen.

In die gleiche Richtung argumentierte auch Armin Staigis am Ende der Veranstaltung mit einem Appell. Der Westen müsse die Ukraine weiter unterstützen, denn nur aus einer Position der Stärke heraus könnten demokratische Werte und Positionen kraftvoll vertreten werden.

Rüdiger Baumann

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