Distrikt 1820Rotary Aktuell

Hilfsgüter gegen die Kälte

von Tobias Stück | 
 |  Lesezeit: 3 Minuten

Der RC Eschwege generierte innerhalb weniger Wochen Spenden und Hilfstransport für die Ukraine.

Am letzten Wochenende im März startete der zweite Hilfstransport in die Ukraine, der im Wesentlichen durch die Initiative des Rotary Clubs Eschwege und des Vereins „Eschwege hilft“ (EH) auf die Beine gestellt worden war. Mit einem Sattelzug wurden vorrangig Hilfsgüter gegen die Kälte in die Kriegsregion geschickt. Die Eschweger Rotarier hatten innerhalb von 14 Tagen mehr als 10.000 Euro dafür organisiert.

Als die Idee Ende Februar aufkam, herrschten in Teilen der Ukraine Temperaturen bis zu minus 30 Grad. Die Freunde des Eschweger Clubs Rainer Fröhlich und Matthias Sadowsky sowie seine Frau Almut hatten sich an die Hilfsorganisation „Eschwege hilft“ gewandt, um deren Expertise für Hilfeleistungen zu nutzen. „Sie wissen, was vor Ort gebraucht wird und wie ein Transport zu organisieren ist“, sagt Matthias Sadowsky. Und damit waren sie bei „Eschwege hilft“ an der richtigen Adresse. „Die Aktion ist einmalig, wäre aber ohne die Spende des Rotary Clubs so nicht möglich gewesen“, sagt Charly Montag, Vorsitzender des Vereins „Eschwege hilft“.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs organisiert „Eschwege hilft“ Spenden für die Menschen im Land. Inzwischen wurden 23 40-Tonner beladen und auf die Reise geschickt. Dabei arbeiten die Eschweger immer mit verschiedenen Organisationen – zuletzt mit den Maltesern – zusammen. „In der Regel ist es so, dass wir Lastzüge nutzen, die ohnehin leer in die Ukraine zurückgefahren werden“, berichtet Charly Montag. Über die Kontakte zu den Maltesern in Kassel bekam „Eschwege hilft“ Zugang zum „Arbeitskreis Auslandshilfe Nordhessen“ (AHHN). Die Landwirte Günter Rüddenklau und Ottmar Rudert aus Westuffeln organisieren schon seit einigen Jahren Hilfstransporte nach Osteuropa und nach Ausbruch des russischen Kriegs gezielt in die Ukraine. „Sie haben in der Ukraine feste Anlaufstellen und wissen immer ganz genau, wo die Hilfsgüter gebraucht werden“, berichtet Montag. So werden jetzt auch die Eschweger Hilfsgüter an die richtigen Stellen ausgeliefert werden.

Mit den Spenden des RC Eschwege starteten die Vorstandsmitglieder Franky Daumann, Fred Langefeld und Charly Montag sofort mit dem Einkauf. 100 gute und warme Schlafsäcke, 35 Stromgeneratoren und Standheizungen für einen fünfstelligen Betrag konnten in nur wenigen Tagen in Eschwege eingekauft und zwischengelagert werden. Ein weiterer größerer Spendenbetrag von „Eschwege hilft“, der aus Sachspendenerträgen erwirtschaftet wurde, wurde ebenfalls für den Großeinkauf genutzt. Das Team von „Eschwege hilft“ verpackte auch Spenden wie Bekleidung, medizinische, orthopädische und hygienische Hilfsmittel, Rollstühle, Gehhilfen, aber auch Kleinmöbel, Haushaltsgegenstände, Pflegebetten und Feuerlöscher.

Am letzten Freitag im März hat „Eschwege hilft“ zusammen mit Rainer Fröhlich sowie Matthias und Almut Sadowsky vom RC Eschwege letzte Hilfsgüter nach Westuffeln gebracht, um sie in den Sattelzug zu verladen. Der RC Eschwege unterstützt regelmäßig Hilfsorganisationen wie die Eschweger Tafel oder „Eschwege hilft“ vor Ort. Das soll weiter fortgeführt werden. Außerdem pflegen sie beispielsweise eine regelmäßige Kooperation mit einem Mutter-Kind-Heim im polnischen Breslau.

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