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Clubübergreifende rotarische Bildungsreise nach China

von Monica Dierks | 
 |  Lesezeit: 3 Minuten

Im April 2026 begaben sich 29 TeilnehmerInnen aus verschiedenen Rotary Clubs vom Bodensee bis Berlin nicht auf eine traditionelle Clubreise, sondern auf eine clubübergreifende rotarische Bildungsreise 10.000 km von der Heimat entfernt in das Reich der Mitte

Diese Reise wurde von Monica Dierks, die lange in China lebte, nicht nur Land und Leute kennt, sondern auch Mandarin beherrscht, organisiert und durchgeführt. Die Wurzeln von Frau Dierks liegen im RC Beijing, in dem sie 2016 aufgenommen wurde. Von dem RC Beijing, einheitlich weiße Poloshirts mit rotarischer Aufschrift tragend, wurden wir herzlich empfangen und erhielten viele profunde Kenntnisse.

Der erste Rotary Club Chinas wurde 1919 in Shanghai gegründet. Rotary Beijing folgte 1924, jedoch bedingt durch politische Ereignisse, konnten sich Rotarier im Lande nach 1949 nicht mehr treffen. Eine formelle Schließung der Clubs folgte 1952 durch RI.

2014 wurde der RC Beijing gechartert und feierte somit 2024 sein 10-jähriges Bestehen. Mitglieder dürfen nur ausländische Reisepassbesitzer sein, die Majorität besteht aus deutschen Expatriates. Chinesen aus Mainland China haben keine Erlaubnis, Mitglied zu werden. Die Amtssprache ist Englisch.

Der RC Beijing unterliegt nicht dem westlichen NGO-Modell aufgrund der lokalen NGO- Gesetzgebung, die dieses Konstrukt nicht zulässt. Der dortige RC ist daher zurückhaltend, organisiert regelmäßige Treffen, jeweils beginnend mit der Vierfragenprobe, und veranstaltet Galaveranstaltungen mit Botschaftern, offiziellen Vertretern und vielen Gästen. Aktiv fokussiert sich der RC Beijing auf heimische Hilfsprojekte beispielsweise die Finanzierung von Operationen unter anderem gegen Hypospadie, eine der häufig angeborenen Fehlbildung des männlichen Genitals, die eine operative Korrektur zwingend erfordert.

Auch hat der RC Peking keine eigene Website, er ist jedoch über Social-Media-Kanäle wie WeChat kontaktier- und vernetzbar.

Wir haben viel über die Historie der chinesischen RCs erfahren, dass es nicht selbstverständlich ist, eine NGO zu sein, da die Regierung das nicht stetig befürwortet. Wir haben uns clubübergreifend mit insgesamt sechs verschiedenen RCs ausgetauscht, vernetzt und natürlich Wimpel gegenseitig ausgetauscht. Es stellte schon eine Art rotarische Convention dar.

Ferner wohnten wir einem Vortrag über Innovationen in China bei, durch den wir über viele zukunftsorientierte Technologien bereichert wurden, die in hiesigen Gefilden noch fern von jeglicher Realität sind.

Elektroautos fahren auf den Straßen mit landesweit verfügbaren Ladestationen. Das Fahrzeuginnere gleicht mehr einem Wohnzimmer mit umwandelbaren Sitzmöglichkeiten, großen Bildschirmen und allem, was zur Entspannung dient. Ladestationen für Powerbanks zur Aufladung von Mobiltelefonen gibt es ebenso an jeder Straßenecke.Humanoide Roboter können nicht nur Autos konfigurieren, im Restaurant den Service mitgestalten und vieles mehr, sie sind bereits im April 2026, als wir vor Ort waren, in Peking einen Halbmarathon gelaufen: Maschinen gegen Menschen mit einem Weltrekord für ”Blitz” von Honor.

Unsere Reise setzte sich mit 29 Teilnehmern und Teilnehmerinnen innerhalb von drei Wochen fort. Die „Große Mauer“ haben wir bestiegen. Anschließend folgten Städte wie Qufu, der Geburts- und Sterbeort von Konfuzius. Unser Wissen wurde untermauert durch die großen Philosophen und Religionen wie den Konfuzianismus, den Daoismus und Buddhismus. Eines der nächsten Ziele, häufig im Hochgeschwindigkeitszug mit ca. 400 km/h, war das Shaolin Kloster, Xi’An mit der Terrakottaarmee, Chongqing mit 31 Mio. Einwohnern, gefolgt von einer Yangtze-Kreuzfahrt bis zum Drei-Schluchten-Staudamm, der zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Von dort aus fuhren wir nach Shanghai, Hongkong, Macau, in die Smartcity Shenzhen bis nach Guangzhou und zurück nach Shanghai, wo unser Rückflug nach Europa auf uns wartete.

Es war eine atemberaubende Reise, geprägt durch viel Disziplin und Respekt, die voller Harmonie unter rotarischen FreundInnen endete, sechs RCs vernetzte und freundschaftlich zusammenschweißte.

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