Distrikt 1820Rotary vor Ort
von Claus Müller v. d. Grün |
| Lesezeit: 3 Minuten

In Stellung gegen den Hass

Distrikt 1820: Die Bedrohung jüdischen Lebens in Deutschland ist nicht abstrakt, sondern konkret, warnt Nikolai Ehlers (RC München-Mitte). Er spricht für viele im Länderausschuss Deutschland-Israel (LADI)

Leitdistrikt der deutschen Sektion dieses Ausschusses (wie auch der Sektion für den Länderausschuss Deutsch­land-Südliches Afrika sowie für die Koordinationsstelle Deutschland-Belarus) ist D1820. Susanne Schröter (RC Wiesbaden-Nassau) ­erin­nert im Ausschuss an die Gründungscharta der Hamas, die Israel eliminieren wolle. Das Massaker vom 7. Oktober 2023 in Israel sei für die Hamas von der UN bis in die deutschen Universitäten hinein zu einem „propagandistischen Erfolg“ geworden. Viele Studenten jüdischen Glaubens oder israelischer Nationalität hielten die Hochschulen nicht mehr für sicher, „und sie haben recht“. RI-Direktor Gideon Peiper aus Israel berichtet, dass junge Israelis aus Angst um ihre Sicherheit nicht mehr nach Europa reisten. Past-Gov. Ernst Hanisch, der 2025 von Past-Gov. Carlo Link den Vorsitz im LADI übernommen hat, sagt: „Jeder Club sollte sich bewusst werden, was hier passiert. Wir sind eine Organisation von ­Freiwilligen, die sich auf Werte bezieht, und wir ­sollten Stellung nehmen.“ Die einzelnen Clubs könnten zum Beispiel jüdische Mitglieder einladen, um offen über ihre Ängste und Erfahrungen zu sprechen, oder Kontakt zu einer jüdischen Gemeinde aufnehmen.

„Es geht um Menschlichkeit und Zukunft”

Gemeinsam rufen Link und Hanisch zur Differenzierung auf: Etwa 20 Prozent der ­israelischen Staatsbürger seien Muslime, und diese seien friedlich. Sie bekleideten hohe Ämter bei Rotary und seien im Parlament vertreten. Israel sei schließlich eine Demokratie, und Israelis de­monstrierten auf den Straßen gegen ihre Regierung. Der LADI wolle sich starkmachen für die Bevölkerung in Israel, sagt Carlo Link, und Ernst Hanisch denkt über die ­Kooperation israelischer und palästinensischer Ärzte nach. Gideon Peiper schlägt schließlich vor, „Thilos ­Projekt in Israel zur Auffüh­rung zu bringen, denn es geht um Menschlichkeit und Zukunft“. Thilo von ­Debschitz (RC Wiesbaden-Kochbrunnen) hat alle ­Ausgaben von Curt Blochs Zeitschrift Das Unterwasser-Kabarett im Internet zu­gänglich gemacht, nachdem Blochs Tochter aus New York mit ihm Kontakt aufgenommen hatte. Der aus Dortmund stammende und wegen seines jüdischen Glaubens von den Nationalsozialisten verfolgte Curt Bloch hat in einem winzigen Versteck im niederlän­dischen Enschede eine handgeschrie­bene, in Unikaten periodisch erscheinende Zeitschrift bis zur Befreiung von den Nazis im April 1945 produziert. curt-bloch.com


 

In Kürze – Save the Date: 31.1. in Marburg

Governor Gisela Falk lädt am 31.1. von 10 – 15 Uhr zur Halbjahreskonferenz nach Marburg ins Congresszen­trum der DVAG ein. Past-Gov. Edith Karos präsentiert die aktuellen Beschlüsse des Council on Legislation (CoL); ferner wird der Vertreter des Dis­trikts im CoL für die nächsten Jahre gewählt. Mit Blick zurück auf sieben bewegte Monate und mit Blick auf kom­men­de Themen erläu­tert Gisela Falk: „Gemein­sam wollen wir sichtbar machen, was nach außen wirkt, und würdigen, welche wert­vollen Prozesse im Inneren entstehen. Es geht um Chancen, Austausch und die Weiterentwicklung unserer Zusammenarbeit.“

Claus Müller v. d. Grün

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