Mit Schwung in die Zukunft

Fitness-Programm für die neuen Rotary-Präsidenten in Hessen
Zur Jahresmitte werden bei Rotary bekanntlich die Funktionen und Ämter neu besetzt, auch die der Clubpräsidenten. Zur Vorbereitung und Einstimmung auf ihre neuen Aufgaben werden die Amtsträger vor Beginn ihrer Amtszeit intensiv geschult. Zum sogenannten President elect Learning-Seminar (PeLS) fanden sich am ersten Märzwochenende rund 130 Teilnehmende aus ganz Hessen in der Internatsschule Steinmühle in Marburg ein.
„Mut.Werte.Zukunft“
So lautet das Motto von Jürgen Stihl, Governor im Rotary Distrikt 1820 für das Amtsjahr 2026/27, das sich als roter Faden durch die Beiträge des Tages zog. Sein Appell: Die rund 4.100 Rotarier im Distrikt 1820 mögen sich noch mehr bewusst werden, dass Rotary für Werte steht und sollen diese auch leben und aktiv nach außen tragen. Jürgen Stihl: „Wir müssen in der Gesellschaft sichtbarer werden! Nur so können wir neue Mitglieder gewinnen.“
Mit Blick auf das aktuelle Durchschnittsalter der Rotary-Mitglieder forderte Stihl die künftigen Clubpräsidenten dazu auf, verstärkt jüngere Mitglieder anzuwerben. Dies setze voraus, dass sich jeder Club bewusst mache, wofür er stehe und warum jemand Mitglied in diesem Club werden sollte.
Keynote Speaker Markus Gürne (ARD)
Den Schwung von Jürgen Stihls Auftaktrede nahm Markus Gürne (Rotary Club Demokratie Leben) unter der Überschrift „In welcher Welt wollen wir leben?“ auf Fasziniert lauschten die Anwesenden seinen Ausführungen zur aktuellen Lage – in freier Rede, wie die Zuschauer es von seiner populären Sendung „Wirtschaft vor acht“ gewohnt sind. Anknüpfend an den Vorredner schlug Gürne dann den Bogen zu Rotary: „Lasst uns mehr rausgehen und mit den Leuten reden!“






Derart eingestimmt, widmeten sich die Seminar-Teilnehmenden anschließend ausgewählten Sachthemen, teils im Plenum, teils in kleinen Arbeitsgruppen. Dabei ging es zum Beispiel um Community-Projekte, Mitgliedergewinnung oder Öffentlichkeitsarbeit. Am Abend ließen die künftigen Clubpräsidenten das Seminar bei einem gemütlichen Abendessen und interessanten Gesprächen in der Mensa der Schule ausklingen.
Eintreten für die Wahrheit erfordert Mut
Am nächsten Tag ging es dann weiter mit einer Informations- und Schulungsveranstaltung für die rotarischen „Amtsträger“, zum Beispiel die Verantwortlichen für den Clubdienst, den Gemeindienst, den Internationalen Dienst oder die Öffentlichkeitsarbeit. Zum Auftakt sprach Professor Dr. Martin Hein, ehemaliger Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, über „Falsche und wahre Koordinaten“: „Reiner Gehorsam gegenüber äußeren Regeln reicht nicht aus, um verantwortungsvoll zu handeln“, so Professor Hein. Vielmehr erfordere das Eintreten für die Wahrheit Mut, insbesondere wenn man einer gegenteiligen öffentlichen Meinung gegenüberstehe.
Demokratie-Koffer
Nach diesem Impulsvortrag ging es in weiteren Beiträgen und Workshops nicht zuletzt um die Frage, wie Rotary Clubs helfen können, die Demokratie in unserem Land zu stärken. Der neu gegründete Rotary Themen-Club „Demokratie leben“ unter Leitung von Matthias Adler ist ein Beispiel. Ebenso der „Demokratie-Koffer“ für Kinder und Jugendliche des Kindermuseums Ostwestfalen-Lippe, den der Club Offenbach-Einhard und Modesta Schubert vom RC Seligenstadt in je einer Version für Kindergärten und Grundschulen optimiert haben. Im Kreis Offenbach sind zehn Koffer mit Spielen, Büchern und Schulmaterial rund um das Thema Demokratie und Kinderrechte mit Erfolg im Einsatz. Denn Demokratie kann man nicht lernen, man muss sie erleben.
Fotos von der Tagung finden Sie unter folgendem Link:
www.youtube.com/watch?v=ps8yPuqFYYQ&list=PLw9BHCyo6Q_NIHo_VbeG0N6CI8Ab6YJYw&index=4
Videos vom PELS:
www.youtube.com/playlist?list=PLw9BHCyo6Q_NIHo_VbeG0N6CI8Ab6YJYw




















