Neue Behausung für Bodenbrüter

Plön: Um dem Rückgang diverser Insektenpopulationen entgegenzuwirken, haben Mitglieder des RC Plön ein Sandarium geschaffen
Die Sommerreise mit dem Auto heute unterscheidet sich von Fahrten in früheren Zeiten auch dadurch, dass sich am Kühlergrill oder an der Frontscheibe kaum noch Insektenkadaver finden. Autobesitzer vermissen diese Spuren nicht; aber sie sind ein Symptom für eine Veränderung unserer Biosphäre. Der Rückgang diverser Insektenpopulationen hat gravierende Auswirkungen. In der Holsteinischen Schweiz ist zum Beispiel der Vogelbestand wegen Nahrungsmangels um 45 Prozent zurückgegangen. Und es hat weitere Auswirkungen.
Lebensraum nicht nur für Insekten
Um all dem mit einem kleinen Beitrag entgegenzuwirken, haben Plöner Rotary-Mitglieder auf einer abgelegenen Wiese eines der Plöner Friedhöfe ein Sandarium geschaffen. Unter der Regie des ehrenamtlichen Umweltbeauftragten der Stadt Plön, des Plöner Clubmitglieds Ludwig Askemper, fand diese Aktion in folgender Weise statt: Auf einer um 30 Zentimeter ausgekofferten Fläche wurde ungewaschener Sand ausgebracht, gepresst und mit einer Totholzkonstruktion „gekrönt“. So entstand ein Refugium für bodenbrütende Insekten, wie zum Beispiel Wildbienen. An die Sandfläche schließt sich eine kleine, auch künstlich geschaffene Höhle an, die einem Hünengrab ähnelt. Ein Lebensraum für Echsen. Der Holzzaun soll Hunde davon abhalten, diese Fläche für ihre Geschäfte zu nutzen. Ihr Hands-on hat allen Beteiligten trotz großer Hitze viel Spaß gemacht.
Warum sind „öde Sandflächen“ so wichtig?
Schon nach wenigen Wochen ist jetzt sichtbar, dass sich diverse Insekten diesen Lebensraum erschließen. Drei Viertel aller Wildbienenarten sind Erdnister – sie nisten also im Boden. Auf „öden Flächen“ wie unbearbeiteten, sonnigen Löss- und Sandflächen, die es früher überall gab, fühlen sie sich am allerwohlsten. Heute sind derartige Flächen fast immer versiegelt, verbaut oder überwuchert. Es fehlen offene, trockene Böden, die nicht gedüngt, nicht gepflügt und nicht bepflanzt sind.
Träger des Friedhofs ist die Kirchengemeinde. Clubmitglied Matthias Kohlhardt, auch Mitglied des Kirchengemeinderates, stellt glücklich fest: „Wir freuen uns, dass auf einer nicht mehr benötigten Friedhofsfläche die Entstehung neuen Lebens ermöglicht wird.“ Die geringen Materialkosten wurden zum größten Teil mit staatlichen Fördermitteln finanziert. Der Hands-on-Einsatz der Mitglieder hat Lohnkosten in vierstelliger Höhe erspart.





























