Distrikt 1910Rotary vor Ort

Zero Project: Mehr geht nicht

von Claus Bruckmann | 
 |  Lesezeit: 2 Minuten

Distrikt 1910: Wien – Der Bundespräsident sendet eine Grußbotschaft, im Parlament gibt es eine Auftaktveranstaltung, und in der Uno-City kommen 1200 internationale Gäste zusammen

Der Grund: Alle sind Teil des „Zero Projects“, das zum Ziel hat, Barrieren für Menschen mit Behinderungen abzubauen. Ins Leben gerufen hat es vor rund 20 Jahren Martin Essl (RC Wien-Nordost). Beim ersten Teil, der Auftaktveranstaltung im Parlament, präsentierten Abgeordnete aller fünf Parlamentsparteien je eine neue Initiative für inklusive Beschäftigung und IT. Danach bekamen Betroffene das Wort. Besonders beeindruckend war die Rede der 25-jährigen an ALS erkrankten Elin Taylor. Sie ist in ihrer Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt. Ihre Rede hielt sie mittels eines KI-Avatars, indem sie eine Eye-Tracking-Technologie zur Navigation auf dem Bildschirm nutzte. Sie sagte, die Avatar-Technologie habe es ihr ermöglicht, ihre Stimme, ihre Unabhängigkeit und die Fähigkeit zur unabhängigen Kommunikation wiederzugewinnen. Im Parlament ist diese Technologie bereits bekannt, denn auch der Nationalratsabgeordnete Klaus Fürlinger nutzt eine KI-Sprachunterstützung.

Roboterhand aus Kenia

Der zweite Teil der Veran­staltung fand in der Uno-City statt und wurde vonMichael Fembek (RC Wien-Schönbrunn) mitorganisiert. Moderator war Andreas Onea (RC Wien-Nordost). Der Paralympics-Medaillengewinner ist Betroffener, denn ihm fehlt seit einem Unfall ein Arm. Eines der vorgestellten Projekte sticht durch seine außergewöhnliche Reichweite hervor: Zerobionic Robo­tic Hand (Kenia). Das Start-up Zerobionics in Nairobi hat eine KI-gestützte Roboterhand entwickelt, die MINT-Unterrichtsinhalte (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in Echtzeit in Gebärdensprache übersetzt – mit einer Genauigkeit von mindestens 92 Prozent und einer Reaktionszeit von unter zwei Sekunden. Bis 2024 nutzten bereits über 500.000 Schülerinnen und Schüler in 120 afrikanischen sowie 9500 in vier Schweizer Schulen dieses System. Ein Gerät kostet in Kenia rund 350 Dollar – ­ermöglicht durch lokalen 3D-Druck und Recyclingmaterialien. Martin Essl resü­miert: „Wir haben heute ein Netzwerk von 10.000 Experten in 180 Staaten. Mehr als 1000 Inno­vationen wurden schon ausgezeichnet. Wir sind auf einem tollen Weg.“
zeroproject.org


 

In Kürze: Videowett­bewerb

Der RC Fürstenfeld hat Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren in der Oststeiermark zu einem Videowettbewerb unter dem rotarischen Jahresmotto „Unite for Good“ aufgerufen. „Die Beiträge sollen zeigen, wie Zusammenhalt, Solidarität, Respekt oder gemeinsames Engagement in Schule,Familie oder Gesellschaft wirken können“, so Projektkoordinator und Gov. nom. Hans-PeterReisinger. Gewonnen hat das Video „Nie allein“, das sich mit dem Thema Mobbing befasst. Ein Teil des Preisgeldes von 3000 Euro soll in die frühere Heimat des Lehrers Reisinger nach Bosnien gehen und bleibt damit im Distrikt.

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