Erstes Neujahrsschwimmen in Wesel

Eine gelungene Premiere
Mag es wohl gelingen? Wird alles klappen? Kommen wir ohne Zwischenfälle durch unsere Veranstaltung? Diese Fragen konnten nach der Premiere des Neujahrsschwimmen Wesel im und am Auesee allesamt - und auch mit ein wenig Stolz und Erleichterung - mit “Ja” beantwortet werden.
Rund 250 Schwimmer - Frauen und Männer, Junge und Alte, Kinder und Jugendliche, von Neopren gewärmt oder nur mit Badehose oder Bikini bekleidet - liefen am Neujahrsmittag wagemutig den Strand hinab zum Wasser des Weseler Auesees und stürzten sich in das 3,4 Grad kalte Nass. So war es gewollt, so ist es gekommen.

“Dass es am Ende mehr als 250 Schwimmer und ebenso viele Zuschauer waren, freut uns ungemein”, bilanzierte der Initiator des Neujahrsschwimmens, Viktor Grinewitschus, vom RC Lippe-Issel. “Diese Veranstaltung hat eindrucksvoll bewiesen, wozu Rotary imstande ist. Es war eine tolle Teamleistung gemeinsam mit unseren Freundinnen und Freunden des RC Wesel-Dinslaken." Als der Initiator den Dank an seine zahlreichen Mitstreiter im Orga- und Veranstaltungsteam weitergab, war sein Haar noch nicht getrocknet. Denn auch Freund Viktor nahm allen Mut zusammen und lief mit weiteren Rotariern und den teils von weither angereisten Kaltwasser-Fans in den See, ausgestattet mit einer 360-Grad-Kamera, um das Geschehen hautnah digital einzufangen. Die Bilder zeigen: Die nahezu weltweit bekannte Tradition, schwimmenderweise das neue Jahr zu begrüßen, ist nun auch in Wesel angekommen.
Die letzten Vorbereitungen waren abgeschlossen, die letzten Dinge platziert, da kamen auch schon die ersten Schwimmer zur Kasse. “Wir kommen aus Wanne-Eickel und wollen bei der Premiere hier unbedingt dabei sein”, betont Thorsten Witte, der mit seinem Freund Herbert Brünsch nach Wesel gekommen war, um das erste Mal ein Neujahrsschwimmen auszuprobieren und sich zugleich körperlich und mental auf den drei Tage später stattfindenden Marathon in Wesel vorzubereiten. “Ich werde reinlaufen, fünf Sekunden im Wasser bleiben und zu Hause erzählen, ich war eine Viertelstunde schwimmen”, gab der Herner seinen Plan augenzwinkernd preis.




Für die Sicherheit am und im Wasser sorgte ein 13-köpfiges DLRG-Team der Ortsgruppe Wesel um Einsatzleiter Sebastian Pooth: “Wir sichern die gesamte Veranstaltung ab, sehen zu, dass alle hier sicher ins und aus dem Wasser kommen. Dazu haben wir mehrere Boote im Einsatz und auch Rettungsschwimmer, die in Spezialanzügen, die ganze Zeit über im Wasser sein werden und jederzeit im Notfall eingreifen können”, so Pooth. Mehrere Ärzte standen zudem für die Erstversorgung von Menschen parat.
Sicher und gut betreut fühlte sich auch Peter Birnbacher (65) aus Wesel, der nach dem Bad im Auesee alle Zeit der Welt hatte, die Fragen des Rotary-Reporters zu beantworten, trotz der nassen Haut und des strengen Südwestwinds bei drei Grad Celsius: “Man spürt, dass man lebt. Aus der Komfortzone heraus ins eiskalte Wasser und die Menge trägt einen”, hatte der drahtige, ehemalige Fallschirmjäger nur noch Lob für die Veranstaltung übrig. Er dankte den beiden Rotary Clubs, dass sie dieses Event ermöglichten, und betonte, ihm habe es viel Freude bereitet, ebenso wie Eva Porsch aus Voerde: “Es hat richtig Spaß gemacht, ich bin dreimal rein und raus. Das war toll hier.” Die Frau aus Voerde hatte sich nach dem Bad in einen wärmenden Bademantel gehüllt und freute sich auf die Erbsensuppe und einen heißen Punsch.
Die gute Stimmung und die positive Wirkung des erfrischenden Gemeinschaftserlebnisses kamen auch bei den vielen Helfern aus den Reihen der beiden Clubs an. “Es gab eine Vielzahl der Teilnehmer, die sich persönlich dafür bedankt haben, dass wir ihnen das Neujahrsbad in dieser Form in Wesel ermöglicht haben. Ich glaube, wir haben vieles richtig gemacht, und die monatelange Vorbereitung hat sich gelohnt”, zog auch Max Trapp, aktueller Präsident des RC Wesel-Dinslaken, ein positives Fazit.

Dass sich viele der Besucher und Schwimmer mit den Worten “na dann bis zum nächsten Jahr” verabschiedeten, war für die veranstaltenden Clubs Dank und Auftrag zugleich. Nach einer ausführlichen Manöverkritik werden die beiden Clubs entscheiden, ob es eine Neuauflage am 1. Januar 2027 geben wird. Eines betont Grinewitschus noch: “Die erneut starken Besucherzahlen beim Neujahrsschwimmen in Haltern zeigen uns, dass wir diesem schon lange existierenden Event von Rotariern und Lions keine Besucher weggenommen haben, sondern vielmehr ein neues Angebot hier am Niederrhein geschaffen haben.” "Ebenso danken wir den Medien, die in einer nicht erwarteten Breite online und in Print und Bild über unsere Veranstaltung berichtet und sie damit auch überregional bekannt gemacht haben”, betonte Martin Vortmann, Öffentlichkeitsbeauftragter des RC Lippe-Issel.
Nach dem kollektiven Feedback zum Event wird auch feststehen, wie viel Geld für die Förderung von Kinder-Schwimmkursen bei der Premiere zusammengekommen ist. Fest steht aber schon jetzt, dass das Neujahrsschwimmen nicht nur den Kindern dient, sondern eine gute Werbung für das rotarische, selbstlose Wirken ist und auch der Stadt und dem Kreis Wesel ein weiteres öffentlichkeitswirksames Event beschert. “Das ist doch eine Win-Win-Win-Situation”, sind sich die Organisatoren einig.

























