Nürnberger Grundschüler treffen Hochkultur

Anfassen geht nicht, gut gefüllt ist der „Nürnberger Kulturrucksack“ trotzdem: mit Angeboten örtlicher Kultureinrichtungen. Dank ihm können jetzt 1670 Nürnberger Grundschulkinder Kunst und Kultur hautnah erleben
Olé, Olé, Olé: Es ist der Morgen, an dem die deutsche Elf aus der Fußballweltmeisterschaft ausgeschieden ist, doch im Opernhaus bricht das Publikum in Fangesänge aus. Musiker der Staatsphilharmonie Nürnberg widmen sich an diesem Vormittag dem Sport von der musikalischen Seite – die Musiker spielen für eine Schulvorstellung, gekommen sind mehrere Hundert Kinder aus Schulen der ganzen Stadt.
Darunter auch die Klasse 3b der Michael-Ende-Schule Nürnberg mit ihrer Klassenleiterin Frau Fuchs. Die Mädchen und Jungen haben Vorstellungen im Theater besucht, saßen beim Tanztheater gespannt in den Rängen und haben im Museum – dank der Erklärungen von Kulturpädagogen – erfahren, was hinter einem Bild so stecken kann und vor allem haben sie spielerisch gelernt, dass es vor Kunst und Kultur gar keine Berührungsängste braucht. Ganz im Gegenteil: Kultur macht Spaß!
Kunst und Kultur ist Kinderrecht…
… doch in Zeiten knapper Kassen sind Kulturangebote oft das erste, was aus öffentlichen Angeboten gestrichen wird.
nicht so in Nürnberg: Nicht nur dieses dieses Konzert belegt, wie hoch der Stellenwert der Kinderkultur in dieser Stadt gehalten wird: Etwa 1670 Mädchen und Jungen – sie alle gehen in dritte Klassen von Nürnberger Grundschulen – durften in diesem Schuljahr Ausstellungen, Konzerte, Tanz- und Theatervorstellungen besuchen. Sie haben eine Vorstellung im Theater Mummpitz gesehen, sind durch Ausstellungen im Neuen Museum, im Turm der Sinne und im Germanischen Nationalmuseum geschlendert, erlebten Tanztheater in der Tafelhalle und konnten in Workshops mit Profis auch selbst tanzen, malen und Theater spielen. Nürnberger Kulturrucksack nennt sich dieses Angebot.
Andrea Maria Erl, Wally Geyermann und Britta Steinmann vom Theater Mummpitz im Kachelbau nennen es ein Herzensprojekt, das Kindertheater organisiert und leitet die Aktion. In die Hand lässt sich dieser Kulturrucksack nicht nehmen, doch symbolisch ist er mit Eintrittskarten gefüllt, um Kunst und Kultur hautnah zu erleben und den Kindern neue Horizonte zu eröffnen. Vor 17 Jahren wurde das Projekt in Nürnberg initiiert.
Recht auf Freizeit, Spiel und Teilnahme am kulturellen Leben
Finanziert wird all dies durch die Unterstützung der Stadt Nürnberg, hinzu kommen Gelder von Stiftungen, Fonds, Sponsorenleistungen der lokalen Wirtschaft, Privatpersonen oder Serviceclubs. Heuer stehen auch Ralf Hardenberg und Siegrun Graff am Opernhaus, im Namen des RC Nürnberg-Connect und des Inner Wheel Club Nürnberg-St. Lorenz haben sie 4280 Euro übergeben.
Auf Ausflüge in die bunte Vielfalt der Nürnberger Kulturlandschaft haben die Kinder, genau genommen, sogar ein gesetzlich verbrieftes Recht: Seit 1992 ist in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft und damit werden Kindern besondere Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte zugesichert. Von kultureller Bildung ist im Wortlaut zwar nicht die Rede, doch die Konvention hält in Artikel 31 das Recht auf Freizeit, Spiel und Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben fest und dazu zählen auch Angebote der kulturellen Bildung.
Doch Papier ist bekanntlich geduldig. Und so kommt es, um Kindern aus allen sozialen Schichten Kunst zugänglich zu machen und vielen Schülerinnen und Schülern auch im Schuljahr 2026/27 neue Horizonte zu eröffnen, auf die tatkräftigen Sponsoren und Unterstützer an.
























