Das Letzte
von Hans Hallwass |
| Lesezeit: 2 Minuten

Die Rotary-Mafia

Eine Geschichte von Hans Hallwass (RC Hagen-Lenne)

Viel Zeit blieb nicht, nach Schließung des alten ein neues Clublokal zu finden. Schließlich wurden den Freunden zwei Lokale zur Auswahl gestellt. Die freudige Bereitschaft des Wirts, den Club auch am Ruhetag zu bewirten, war in dem einen Lokal gegeben. In dem anderen zur Wahl stehenden Lokal war eine größere Begeisterung des Wirts über seine potenziellen Gäste zwar nicht zu erkennen, aber die Entscheidung der Freunde fiel trotzdem deutlich aus: Wider Erwarten sollte das zweite Lokal erste Wahl sein.

Zähneknirschend leitete der Präsident alles Notwendige in die Wege. Vor jedem Meeting versuchte er zudem, vor Erscheinen der anderen Freunde den Wirt zu halbwegs freundlichen Mundwinkeln zu ermuntern. Der Präsident führte dazu sogar schnell noch selbst kleinere Reparaturen am Inventar durch. Die unerklärliche Skepsis des Wirts bliebtrotzdem erhalten: „Es wäre mir lieber, wenn Sie nicht zu mir kämen.“

Eines Abends kam die wahre Ursache für die rätselhafte Ablehnung des Wirts ans Licht: An diesem sehr sonnigen Abend war ein Spieleabend eingeplant. Die Freunde trafen in ihren dunklen Jacketts und mit Sonnenbrillen im Lokal ein und saßen nun fröhlich lachend beieinander, spielten Skat, Mau-Mau oder knobelten. Allerdings gelang es diesmal dem Präsidenten nicht, dem Wirt auch nur die geringste freundliche Geste abzuringen. Stattdessen nahm dieser den Präsidenten zur Seite und teilte ihm mit bebender Stimme und hochrotem Kopf mit: „Mein Haus ist ein ehrwürdiges Haus. Aber dass Sie alle in Wirklichkeit von der Mafia sind, vermute ich schon lange. Den Saal nun in eine Spielhölle zu verwandeln, dulde ich nicht mehr. Suchen Sie sich etwas anderes.“ Gutes Zureden half nichts, selbst die Unterstützung einiger in Konfliktmanagement geübter Freunde blieb ergebnislos.

Die heutigen Meetings finden nun in dem Lokal statt, das die Freunde beim Vorentscheid überraschend ablehnten. Es wurde inzwischen ein beliebtes Zuhause.


 

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Hans Hallwass

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