Die Lust am Draußen

Hoffmeisters Fundstücke: Mit dem Frühjahr wächst die Freude auf das Erwachen der Natur, an Bewegung in der frischen Luft und an kulturellen Begegnungen
Insbesondere Gärten und Parks fungieren in diesen Monaten als Reflexions- und Fantasieräume, als Oasen zumal der Kontemplation. Sinn und Sinnlichkeit der Korrespondenz von Natur und Kultur versprechen dabei ebenso die Konzeptanlagen englischer oder französischer Provenienz wie archaischer Wildwuchs, Wasserlandschaften und architektonische Kleinode.
Buch: Das Rheinsberger Gartenreich
Kunst- und Kulturverein Rheinsberg – Sehnsuchtsorte in alten und neuen Bildern, Hirmer, 192 S., 146 Abb., 40 Euro
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Rheinsberg im Ruppiner Land verdankt seine Bekanntheit zuvorderst seinem Schloss und dem angrenzenden Gartenreich. Der vorliegende Band nimmt die Garten- und Parklandschaft in den Blick, zeichnet deren Entstehung nach und fokussiert entlang ausdrucksstarker Fotografien und historischen Bildmaterials auf Details der Anlage wie Tempel, Ruinen, Obelisken, Brücken und Monumente. Zwischen sanften Hügeln und atmosphärischen Wasserlandschaften ein Sehnsuchtsort par excellence.
Buch: Gärten des Jahres 2026
Susanne Wiborg/Konstanze Neubauer: Die 50 schönsten Privatgärten, Callwey, 336 S., 400 Abb., 59,95 Euro
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Literatur und Fotobände über stilbildende Gartenanlagen, die Formenvielfalt privater Entwürfe und das Gärtnern im Allgemeinen füllen über Meter die Regale von Buchhandlungen. In eine Lücke im Sortiment stößt die an einen gewichtigen einschlägigen Award gebundene Publikation „Gärten des Jahres“. Der Band präsentiert 50 prämierte Privatgärten aus dem deutschsprachigen Raum. Beeindruckend bereits ist die Bandbreite und Varianz des Sujets zwischen puristisch-reduzierten Gestaltungswelten, verschwenderischen Pflanzungsvolten und originären gärtnerischen Projekten.
CD: Ottorino Respighi – Pini di Roma, Feste romane, Fontane di Roma
Philadelphia Orchestra, Eugene Ormandy, Gramola 92012
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Die Zeit zwischen den 1930er und 1960er Jahren steht bis heute für zahllose Musikerlegenden und Referenzeinspielungen der globalen Klassikszene. Unter der Überschrift „Gramola Ikonen“ veröffentlicht das Wiener Label eindrückliche Exegesen aus der goldenen Epoche der Analogtechnik. Ein Highlight der Serie bildet Eugene Ormandys Lesart der sogenannten „Römischen Trilogie“ von Ottorino Respighi an der Seite des Philadelphia Orchestra. Entstanden in den Jahren 1957 bis 1960 nehmen die Interpretationen ein durch ein breites koloristisches Spektrum, Luzidität, idealtypische Nuancen- und Detailarbeit und subtil schattierte Dynamik. Die Tonmeister haben mit einem brillanten Klangbild ganze Arbeit geleistet. Ein unbedingtes Plädoyer für die oft unterschätzten Werke des italienischen Meisters, der es wie kein Zweiter vermochte, die urbanen Grün-Inseln Roms in üppige Klangtableaus zu überführen.
Klangkunst: Hörstück über Gartenakustik. Der Klang der Gärten
Bettina Oppermann & Sam Auinger, Deutschlandradio Kultur, hoerspielundfeature.de
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Wie klingen Gärten und Parks? Wie sollten und könnten sie klingen? Welche Rolle für die Besucher spielen Klänge und Geräusche? Ein Hörstück von Deutschlandradio Kultur über Gartenakustik gibt Aufschluss. Entlang von Geschichte(n) und Nutzungsmodellen von Gärten wie dem Schlossgarten Schwetzingen, dem Nymphenburger Barockgarten und dem Englischen Garten in München falten die Autoren die unterschiedlichen Klangprofile der Anlagen auf und erläutern Hintergründe. Für „Belebung“ sorgen insbesondere Klänge, die Wasser in seinen unterschiedlichen Erscheinungs- und Bewegungsformen generiert, aber auch Wind, Vögel, Schritte und Kinderstimmen.
Martin Hoffmeister
ist Chefredakteur des Gewandhausradios. Er fungierte zuvor als leitender Redakteur und Moderator bei diversen Kultur- und Klassikwellen des privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Im Rotary Magazin empfiehlt er Neuerscheinungen aus dem Kulturleben und interessante Ziele für Reisende
Foto: Jessine Hein/Illustratoren




















