Das Letzte

Banana-Jeff

von Ulrich Mai | 
 |  Lesezeit: 2 Minuten

Eine Geschichte von Ulrich Mai (RC Dillenburg), Mitglied von Jeffs „Banana Fan Club“ bis zu dessen Tod

Jeff war Mitglied des RC Hereford Wye Valley in England, Partnerclub des RC Dillenburg. Wir kannten uns schon viele Jahre, bis wir endlich seinem geheimsten Geheimnis auf die Spur kamen. Man könnte es so formulieren: Er war „Professor der Bananologie“. Nicht nur wusste er, wo Bananen angebaut werden, das weiß ja heute jedes Schulkind. Nein, er kannte die Preise von Bananen in allen Teilen Europas. Die Preise wurden ihm mitgeteilt von einem Netz rotarischer Freunde, über die er in vielen Ländern verfügte. Somit konnte er Kunden beraten, welche Bananen wo gerade am günstigsten waren. Das ist nicht ganz unproblematisch, weil Bananen in verschiedenen Qualitätsstufen vorkommen. Es gibt Flug-Bananen, die zwar nicht fliegen können, sondern geflogen werden, und die so von Ecuador ihren Weg viel schneller nach Europa finden als Schiffs-Bananen, die über den Atlantik nach Irland transportiert werden, von wo aus sie nach Kontinentaleuropa weitergeleitet werden. So wurde Irland zum größten Exporteur von Bananen weltweit. Die dritte Sorte Bananen sind Baby-Bananen, die kleinste Version von Bananen, die aber viel mehr Geschmack haben als ihre größeren Verwandten und auch weniger stopfen. Um den genauen, aktuellen Preis von Bananen in den verschiedenen Ländern zu kennen, musste Jeff den täglichen Wechselkurs der verschiedenen Währungen rechnerisch ermitteln, besonders nach dem Brexit.

Was dieses Textchen zum Ausdruck bringen soll: Rotarier nennen sich doch Freunde. Und Rotary ist, wie wir alle wissen, eine internationale Organisation. Wir schließen Freundschaften über Ländergrenzen hinweg – selbst wenn die Verbindung über so alltägliche Dinge wie Bananen gelingt. Meine Frau und ich waren über viele Jahre hinweg eng befreundet mit Jeff und seiner Frau Margaret vom RC Hereford Wye Valley.


 

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