Robert Zinser gestorben

Ein unermüdlicher Streiter für die Gesundheit von Müttern und Kinder ist nicht mehr unter uns: Robert Zinser engagierte sich für das Thema Familienplanung in vielen afrikanischen Ländern
Fast 100-jährig starb Robert Zinser Ende des Sommers. Er war nach einem erfüllten Berufsleben als Wirtschaftsfachmann bei BASF schon in Rente gegangen, als er ein neues Betätigungsfeld ab 1978 bei Rotary fand: Entwicklungszusammenarbeit. Besonders die Gesundheit von Müttern und Kindern lag ihm am Herzen, daher gründete er 1996 mit einigen Engagierten die deutsche Sektion der Action Group for Reproductive, Maternal and Child Health (RMCH).
Sein Engagement war unermüdlich, auf zahlreichen Reisen in Entwicklungsländer identifizierte er Problemfelder, mögliche Interaktionen und Orte, an denen Hilfe nötig war. Die hiesige Sektion ist unter seiner Führung auf derzeit 8400 Mitglieder angewachsen. Er selbst war zunächst als Vorsitzender der Sektion, später als Leiter des Beirats und später als Ehrenvorsitzender aktiv.
Mit großem Erfolg
Die Sektion hat seit ihrer Gründung knapp 200 Familienplanungsprojekte mit einer Co-Finanzierung von 1,3 Mio. US-Dollar organisiert. Zahlreiche Clubs verdanken ihm umfassende Betreuung und Guidance für ihre Projekte in Afrika. Von 1995 bis ins Jahr 2000 führte er als Pilotprojekt das vom BMZ kofinanzierte Distriktprojekt “Child Spacing and Family Health” in Kaduna State, Nigeria, durch und initiierte das 3-H-Projekt (2000-2005) in sechs Staaten Nordnigerias. Später agierte er für mehrere Projekte auf diesem Feld als Supervisor des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Er wirkte 1994/95 als Governor und brachte sich auch in seinem Club engagiert ein. Daneben war Zinser Mitglied mehrerer RI-Komitees und leitete die RI-UNFPA-Konferenz “World Population Growth and Development” in Zürich im Jahr 2000. Sein Engagement brachte ihm den Paul Harris Fellow +9 und den RI Service Above Self Award.
Zusätzlich war er Honorarprofessor für „Internationales Management“ an der Universität Gießen und erhielt bereits 1990 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Er gründete und leitete lange den Deutsch-Koreanischen Wirtschaftskreis (DKW) und erhielt „The Order of Diplomatic Service Merit“ der Republic of Korea. 1992 wurde Prof. Dr. Robert Zinser das Verdienstkreuz Erster Klasse verliehen. 2016 erhielt er zudem das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.



























