Distrikt 1930

Karlsruhe - Wenn Obdachlose zum Arzt müssen

Past-Präsident Josef Seekircher (RC Karlsruhe-Baden, l.) und Altpräs. Norbert Holstein (RC Karlsruhe-Fächerstadt) im Behandlungszimmer für Wohnungslose

12.10.2012

Karlsruhe

Wenn Obdachlose zum Arzt müssen

Sandra Sieber

Gemeinsam sorgen die fünf Karlsruher Rotary Clubs und der Rotaract Club für eine bessere medizinische Versorgung von Obdachlosen

Mit einem "Tag der Begegnung" übergaben die fünf Karlsruher Rotary Clubs und der Rotaract Club das erste medizinische Behandlungszimmer für Wohnungslose in der Fächerstadt. "Das ist die Realisierung eines langjährigen Wunsches", freute sich Sozialbürgermeister Martin Lenz über die Initiative der Rotarier. "Mit diesem Behandlungszimmer können wir nun die oftmals problematische medizinische Versorgung von Obdachlosen deutlich verbessern."

Neben der Übergabe des Untersuchungs- und Krankenzimmers an die Träger Diakonisches Werk und AWO suchten die Rotarier das Gespräch mit Obdachlosen und gaben Essen und Kleidung aus. Weitere Unterstützer ermöglichten einen Friseurbesuch oder eine Pediküre. Auch erhielten die Wohnungslosen kostenlos Pflegeprodukte und Handtücher. "Wir wollen wohnungslosen Menschen mit dem ‚Tag der Begegnung’ heute und in Zukunft das Gefühl geben, willkommen zu sein", so Elena Lenz vom Rotaract Club.

Den finanziellen Grundstock von 20.000 Euro für das Projekt bildete ein Benefizkonzert der Clubs im Herbst 2011. Neben dem Erlös aus diesem Konzert mit dem deutschlandweit bekannten Jazzmusiker Peter Lehel spendeten medizintechnische Firmen wie Aesculap, Happersberger GmbH oder Karl Storz GmbH & Co.KG großzügig Geräte und Materialien.

In zwei weiteren Karlsruher Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ist geplant, weitere Untersuchungszimmer einzurichten. "Dank der engen Zusammenarbeit mit der Stadt Karlsruhe, der Kassenärztlichen Vereinigung und den ehrenamtlich tätigen Medizinern, die sich bereits heute für die Obdachlosen und deren Gesundheit engagieren, ist uns mit diesem ersten Zimmer ein wichtiger Schritt gelungen. Weitere sollen folgen, um die Situation insgesamt zu verbessern", erläutert Norbert Holstein, Altpräsident des RC Karlsruhe-Fächerstadt und einer der Organisatoren des Projekts.

Erschienen in Rotary Magazin 10/2012

Sandra Sieber

Geboren 1976. Dipl. Betriebswirtin (BA) (1999) und Versicherungsfachfrau (BWV) (2002). Seit 2006 Inhaberin einer Allianz Generalvertretung mit Sitz in Triberg im Schwarzwald. Seit 2009 Mitglied im RC Furtwangen-Triberg. Verheiratet.

 

 

 

 

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