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Berlin

Ziemlich beste Freunde

Berlin - Ziemlich beste Freunde
Preisträger Sebastién Schick (3. v. l.) mit den Juroren beider Clubs in Berlin © Foto: Jacek Ruta

Begegnungen und der deutsch-französische Dissertationspreis sind das Fundament der Freundschaft zwischen den Clubs Paris und Berlin-Brandenburger Tor

Matthias Schütt01.05.2017

Vor etwa sieben Jahren reisten Mitglieder des RC Berlin-Brandenburger Tor das erste Mal nach Paris. Die kleine Gruppe aus Berlin war nicht nur kulinarisch begeistert, auch die Gespräche mit den französischen Rotariern waren eine Bereicherung. Natürlich lud man die Gastgeber gleich zum Gegenbesuch am Branden­burger Tor.

So folgte Besuch auf Besuch. Und es begann die Suche nach einem sinngebenden Band. Ein Vortrag führte schließlich auf die richtige Fährte: Wir begannen die ­Kooperation mit der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH). Diese virtuelle Universität, 1999 auf Initiative der Regierungen von Frankreich und Deutschland gegründet, ist ein Netzwerk aus 180 Partnerhochschulen, mit etwa 5000 Studierenden, die bilingual lernen. Alle Wissensgebiete von den Ingenieur- und Naturwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften (einschließlich Jura) sind ­vertreten. Seit 2011 wird von beiden Clubs jährlich ein Preisgeld von 4500 Euro für die besten Abschlussarbeiten ausgelobt. Beide Clubs nehmen aktiv an der Auswahl der Kandidaten teil.

Seit nunmehr fünf Jahren befassen sich die Berliner Rota­rier Wolfgang Fischer, Gerd Fußmann, Klaus-Peter Lange, Axel Smend und Richard Schrö­der mit etwa 20 eingereichten Dissertationen und versuchen, darunter die beste herauszufinden. Spiegelbildlich geschieht in Paris das Gleiche.

Nur die Besten der Besten
Mit unseren französischen Freunden haben wir uns gleich zu Anfang darauf geeinigt, dass das vorrangige Kriterium die wissenschaftliche Qualität sein soll. Bei der Beurteilung legen wir daher großen Wert auf die Noten (Voraussetzung: summa cum laude) und die Empfehlungsschreiben der Gutachter.

Die Botschafter beider Länder übernehmen alljährlich abwechselnd die Preisverleihung. In diesem Jahr überreichte der französische Botschafter den Preis in Berlin an den Historiker Dr. Sebastién Schick, der die Diplomatie im 19. Jahrhundert untersucht hat.

Natürlich ist es auch bei den regelmäßigen Treffen der Clubmitglieder geblieben. ­Zuletzt fuhren wir anlässlich der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg nach Verdun. Wenn die große Politik sich schwer-tut, Europa beisammen zu halten, kann auch von den ­bescheidenen Beiträgen der Normalbürger eine ermutigende Wirkung ausgehen.

Ulrike Demmer, Gerd Fußmann
RC Berlin-Brandenburger Tor

 

 

 

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.