Distrikt 1842

Projekt - » Brunnenbau macht Schule « – für sauberes Wasser in Afrika

Hier demonstrieren die Kursteilnehmer der Brunnenbauschule die Benutzung einer Hand-Seilpumpe

16.04.2015

Projekt 

» Brunnenbau macht Schule « – für sauberes Wasser in Afrika

Beate Klinger

Das Projekt eines Rotariers verbessert seit 2006 die Wasserversorgung vieler Menschen im Kongo

Einer der Hauptgründe für die hohe Kindersterblichkeit in der Demokra­tischen Republik Kongo, einem der größten Staaten Zentralafrikas, sind die mit lebensbedrohlichen Keimen infizierten Wasserstellen beziehungsweise der fehlende Zugang zu sauberem Wasser. Auf dem Land, beispielsweise in der Provinz Bandundo, gilt das für 90 Prozent aller Haushalte. Jedes fünfte Kind leidet an Diarrhöe sowie anderen Krankheiten und stirbt vor Vollendung des siebten Lebensjahres. Hier setzte bereits im Jahre 2006 das Projekt des Rotariers Hartmut Heuser vom RC München-Solln ein, das die Verbreitung einer ebenso preisgünstigen wie einfachen Brunnenbautechnik initiierte.

Wasser für 400.000 Menschen
Unter Verwendung von Handpum­pen und handelsüblichen Materialien werden Einheimische angeleitet und ausgebildet, Brunnen via körperlichem Einsatz, der sogenannten „Handbohrmethode“, herzustellen. In zahlreichen Lehrgängen wurde Wasserversorgung in Theorie und Praxis gelehrt, mittlerweile sind 150 Brunnenbauer ausgebildet. Diese haben nun eine sichere Einkommensquelle für sich und ihre Familien, gleichzeitig verbreiten sie ihre Kenntnisse nun im ganzen Land. Das aus den bislang 600 Brunnen gewonnene Frischwasser führt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände und der Gesundheit für rund 400.000 Menschen. Mit zwei Matching Grants und einem Gesamtvolumen von rund 80.000 US-Dollar übernahm der Club mit Unterstützung des Dis­trikts und der Rotary Foundation die Anlauf- und Aufbaukosten. „Brunnenbau macht Schule“ hat mit der deutschen Botschaft, Miserior und anderen Institutionen inzwischen einen breiten Unterstützerkreis gefunden.

Nun wird der Bau einer Berufsschule geplant, deren Werkstatteinrichtung rund 80.000 US-Dollar kostet. Welcher Club macht mit bei einem gemeinsamen Global Grant?


 

Info zur eingesetzten manuellen Spül-Bohrtechnik:

Diese altbekannte Bohrmethode benötigt keine externen Energien, es wird wie bei der Hand-Seilpumpe nur mit Muskelkraft gearbeitet.

Das Bohren mit einem Durchmesser von 120 Milimetern erfolgt mit Bohrschlämme bis zu 30 bis 40 Metern Tiefe, im allg. tiefer als der Grundwasser-Spiegel. Das Bohrgestänge besteht aus ¾ Zoll Stahlrohren, der Bohrer mit Hartmetall-Spitzen wird von den Brunnenbauer selbst in Werkstätten hergestellt, genauso wie der Bohrturm aus Baustahl und die Schlammpumpe. Auch die Handpumpe ist eine Eigenfertigung. Alle Materialien sind Import Standard Produkte.

Der eigentliche Brunnen ist ein 100 mm Hart-PVC-Rohr das in das Bohrloch eingeführt wird, dabei als erstes ein 6 m langes Stück als Filter. Als Abschluss wird ein Betonsockel gegossen, der das Bohrloch absichert und auf dem Handpumpe installiert wird.

Es handelt sich um einen Kleinbrunnen, der täglich 1.500 – 3.000 l sauberes Wasser abgibt, bei diesen Mengen besteht keine Gefahr einer Grundwasser-Absenkung und kein Abwasserproblem.

Die Wasserqualität wird behördlich untersucht. Für Nachhaltigkeit durch Wartung wird gesorgt.

Ein Brunnen kann 300 bis 600 Personen mit sauberem Wasser versorgen.

Erschienen in Rotary Magazin 4/2015

Beate Klinger
Beate Klinger ist seit acht Jahren Rotarierin, zunächst in Andalusien und seit vier Jahren in München-Bogenhausen. Sie ist Geschäftsführerin des Münchner-Klinik-Seminar.

Rotary Magazin 9/2016

Rotary Magazin Heft 9/2016

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