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RC Bad Saulgau-Riedlingen

AlkoHohl - Suchtprävention für Auszubildende

RC Bad Saulgau-Riedlingen - AlkoHohl - Suchtprävention für Auszubildende
Eine Gruppe Auszubildender mit Sebastian Schneider von der Suchtprävention Sigmaringen: Übungen aus der Erlebnispädagogik steigern das Selbstvertrauen und das Vertrauen in die Anderen. © Frank Lock, RC Bad Saulgau-Riedlingen (alle Fotos)

Rotarier ermöglichen Suchtpräventionsveranstaltungen: Azubis sind vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt - Veränderungen des Körpers, der Psyche und des Sozialverhaltens. Ihre Freizeit ist dabei oft geprägt von exzessivem Alkoholkonsum.

Peter Leinberger21.04.2017

D1930, Distrikt 1930, Riedlingen, RC Bad Saulgau-Riedlingen, Alkohol, Sucht, Jugendliche
Na, bleibt der Stab oben? Wer nur zwei Finger nutzen darf, muss ganz schön balancieren.

Das Feierabendbier gehört genauso zu ihrem Alltag wie Wochenendfeste mit Komasaufen und der Konsum von anderen Suchtmitteln. Das ist zum einen gesundheitsgefährdend und zum anderen mit der Zeit leistungsmindernd, das heißt: Es kommt zu Ausfallzeiten. Erscheinen die Auszubildenden öfters „angeschlagen“ im Betrieb kann dies im schlimmsten Falle zum Abbruch der Ausbildung führen.

In Zusammenarbeit mit dem „Forum Jugend, Soziales, Prävention“ des Landkreis Sigmaringen veranstaltet der Rotary Club Bad Saulgau-Riedlingen auf Initiative des ehemaligen Präsidenten Frank Lock seit 2010 eintägige Seminare für Auszubildende von kleinen und mittleren Betrieben, die kein eigenes Gesundheitsprogramm anbieten.

Ab wann ist es Sucht?

Gesundheitsförderung durch Aufklärung über die Gefahren der Suchtentwicklung und das Entstehen möglicher Gesundheitsschäden, das Aufzeigen von Handlungsalternativen sowie die Stärkung des Selbstbewusstseins werden thematisiert. Inzwischen wurden 16 Veranstaltungen mit 211 Teilnehmern bei Firmen in der Region erfolgreich durchgeführt, das Programm wird vom Club weitergeführt.

„Warum ist eine Party heute scheiße, wenn es keinen Wodka-Bull gibt?“ fragt der Suchtberater Sebastian Schneider. Beim ganzen Seminar steht nicht der erhobene Zeigefinger im Vordergrund, sondern das Selbstbewusstsein des Einzelnen und der Einfluss der Gruppe als Korrektiv. Spaß haben in der Freizeit ist explizit erlaubt – aber es gilt zu erkennen, wann die Situation „verrutscht“.

Mit "Rauschbrille" den Absturz simulieren

Das Thema ist auf die aktuelle Lebenssituation der Jugendlichen ausgerichtet. Die Aufmerksamkeit beim Vortrag der Kriminalpolizei ist sicher – der Führerschein steht an! Per „Rauschbrille“ lässt es sich in intensiven erlebnispädagogischen Einheiten ausprobieren, wie es sich anfühlt mit 1,3 Promille unterwegs zu sein: Mit der Brille auf der Nase schwankt die Welt - über ein Hindernis zu steigen wird nahezu unmöglich.

Sebastian Schneider von der Suchtberatung Sigmaringen: „Vor allem der offene und emotionale Bericht eines trockenen Alkoholikers über seine Lebensgeschichte sorgte für eine eindrucksvolle und prägende Veranstaltung bei den Jugendlichen.“

Frank Lock,
RC Bad Saulgau-Riedlingen

Peter Leinberger
Peter Leinberger ist Rotarier seit 1981. Präsident des RC Bruchsal-Bretten 1991/92. Studium der Pharmazie und Studium der Tiermedizin. Nach zuletzt 35 Jahren Selbständigkeit seit 2014 im Ruhestand. Noch vielseitig engagiert u.a. im Tierschutz (TVT AK 6), der Erhaltung alter Haustierrassen (G.E.H.), der Kultivierung von Kakteen (spez. winterharter) und im sozialen Bereich (Pelikan-Verein zur Unterstützung der Palliativ-Station der Rechberg-Klinik, Dr. Gaide-Stiftung). Ab Juli 2015 Berichterstatter des Distrikts 1930 für das Rotary Magazin.