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EMSDETTEN

Das große Benefiz-Einmaleins

EMSDETTEN - Das große Benefiz-Einmaleins
Links: Club-Präsident Marc Hilbert wünscht Sven Schöpker einen guten Start (beide RC Emsdetten) © Bild: Dan Schmitz

Ein Erfolgsrezept, das zur Blaupause werden könnte: Der RC Emsdetten hat sich und die anderen zehn Clubs im Münsterland zu einem sagenhaften Spendenspurt im Kampf gegen Polio angetrieben

Hartmut Bigalke31.10.2015

92 Fahrerinnen und Fahrer im blauen „End Polio Now“-Trikot strampelten am 3. Oktober beim ersten Polio-Race im Rahmen des Münsterland-Giros – dem drittgrößten Radrennen Deutschlands – 110 Kilometer für den guten Zweck. Ihr Spendenergebnis von 102.000 Euro wächst durch die Multiplikation mit dem Faktor 3 dank der Bill Gates-Stiftung auf über 306.000 Euro: „Damit können mehr als 650.000 Kinder geimpft werden!“, freut sich der Projektverantwortliche Sven Schöpker über das wunderbare Geschenk zum Welt-Polio-Tag am 28. Oktober.

 „Vor einigen Jahren gab es in Emsdetten bereits einen Spendenlauf mit viel Zuspruch. Da lag es nahe, wieder bei einer sportlichen Veranstaltung für Polio zu spenden“, so Schöpker. Aber es sollte ein größerer Erlös erreicht werden – etwa nach dem Motto: viele kleinere Zuwendungen statt weniger großer. Der Radsportfan generierte sein Erfolgsmodell, sozusagen das große Benefiz-Einmaleins: 100 Fahrer mit je zehn Paten und je ein Euro pro Kilometer.

Das Ziel wurde weit übertroffen, denn die eigentliche Zielsetzung waren nicht 110.000 Euro, sondern 500.000 Impfungen! 910 Einzelspenden („aus der Mitte der Bevölkerung“) stehen für die öffentliche Akzeptanz des Projekts gegen die Kinderlähmung.


Lange Vorbereitung
Ass. Gov. Erhard Plegge (RC Rheine), der den im Ausland weilenden Gov. Joachim Goetz vertrat, lobte am Vorabend des Rennens in Münster das Engagement Schöpkers und seiner Mitstreiter, die monatelang mit dem Projekt aufgestanden und mit ihm zu Bett gegangen seien. Er dankte den mitfahrenden Clubs, hob den Segen der Hebelwirkung durch die Multiplikation der Spendensumme hervor und resümierte: „Das Projekt findet deutschlandweite Aufmerksamkeit und strahlt auch in unsere internationale Organisation aus.“

Hartmut Bigalke
Hartmut Bigalke ist Journalist mit 40 Jahren Erfahrung als Redakteur mit vielfältigen Führungsaufgaben bei großen Regionalzeitungen, u. a. Westfälische Nachrichten und Schwäbische Zeitung. Seit 2006 ist er Journalist im Ruhestand, seit 2009 Distriktberichterstatter für den Rotary-Distrikt 1870.