Distrikt - Dinos statt Daddeln

Dinosaurier faszinieren alle Kinder – ob aus Deutschland, Österreich, Syrien, Eritrea oder den Balkanstaaten © RC Furtwangen-Triberg; Frauke Eichenauer

01.06.2016

Distrikt 

Dinos statt Daddeln

Matthias Schütt

Die Freunde des REC Hanse D1940 spielen einmal in der Woche mit Flüchtlingskindern.

Ein dunkler Lockenkopf schiebt sich neugierig durch die Tür. „Was macht ihr?“, fragt das Mädchen. Kurze Überlegung: Ob die Kleine wohl das Wort „Dinosaurier“ schon kennt? „Wir basteln Hüte mit so großen Tieren, die früher mal auf der Erde gelebt haben.“ – „Von Dinos?“ „Genau!“. Na, geht doch. Die Verständigung mit den Kindern des Flüchtlingsheims Curslack in Hamburg-Bergedorf klappt schon ganz gut.

Käfer mit Motor
Seit einem Jahr bietet der REC Hanse D1940 jeden Sonnabend von 15 bis 17 Uhr ein wechselndes Freizeitprogramm für die rund 120 Kinder und Jugendlichen der Einrichtung im Süden Hamburgs an. Mit zwei Zielen: Verbesserung der Sprachkompetenz und Vermittlung von Ideen zur Freizeitgestaltung und damit Alternativen zum Gedaddel schon der Allerkleinsten an Konsolen, Handy & Co. Unterstützt werden die jeweils zwei diensthabenden Freunde von zwei Schülern des nahe gelegenen Hansa-Gymnasiums, die im Rahmen ihres International Baccalaureate-Abschlusses Serviceeinsätze für die Gemeinschaft nachweisen müssen.

Die sogenannten niederschwelligen Angebote wie Basteln, Malen, Karten- und Brettspiele sowie natürlich Fußballspielen werden gut angenommen, aber die Freunde haben mit den Kindern auch schon kleine Käfer mit Elektromotoren gebaut, Ausflüge zu Spielplätzen unternommen und mit einer Gruppe von 100 Kindern des Heims sowie unbegleiteten minderjährigen Kindern einer anderen Einrichtung Hamburgs Miniaturwunderland besucht.

„Alle waren begeistert, und wir haben sie vollzählig wieder zurückgebracht – darauf bin ich heute noch stolz“, sagt Bele Jakisch, die Projektverantwortliche des Clubs. „Im Großen und Ganzen klappt unser Zeitspendenprojekt gut, leider kommen wir mit den Eltern nicht ins Gespräch. Das liegt an der Sprachbarriere, hauptsächlich aber wohl daran, dass die Erwachsenen sich große Sorgen um die Verwandtschaft in den Herkunftsländern machen und sich innerlich noch nicht auf Deutschland einlassen können“.

Erschienen in Rotary Magazin 6/2016

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.

 

Rotary Magazin 11/2017

Rotary Magazin Heft 11/2017

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