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Distrikt 1940

"Geschichten über Rotary erzählen"

Distrikt 1940 -
Birgit Weichmann, RC Berlin-Brücke der Einheit, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und gelernte Journalistin. © Foto: privat

Wie wir erfolgreich Öffentlichkeitsarbeit machen, erläutert Distriktbeauftragte Birgit Weichmann.

Matthias Schütt01.12.2016

Sie sind seit dem vergan­genen Jahr die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Distrikt. Wie fällt Ihre vorläufige Bilanz aus? Ist Öffentlichkeitsarbeit ein Thema, das unsere Clubs inzwischen ernst nehmen?
Nach meiner Erfahrung wissen die Rotarier im Allgemeinen schon, dass wir mehr tun müssen, um bekannter zu werden und unser Image zu stärken. Ein Problem, auf das ich allerdings treffe, ist ein oft einseitiges Verständnis dieser Aufgabe: Viele meinen, selbst tolle Texte und Fotos liefern zu müssen. Dabei geht es zunächst um etwas ganz anderes: eine Gesprächsebene mit einem Gegenüber zu schaffen, dem man etwas erzählen will, und zwar wie interessant Rotary ist – und die Menschen, die dahinterstehen.

Konnten Sie diese Einstellung denn schon stärker ­verankern?
Ich habe während meiner Amtszeit zwei Presseseminare veranstaltet, an denen jeweils 30 Clubvertreter über diese Fragen diskutieren konnten. Die Tatsache, dass beide Seminare in wenigen Tagen aus­gebucht waren, bestätigt ein wachsendes Interesse.

Aber es reicht doch gewiss nicht aus, nur tolle Geschichten über Rotary zu erzählen?
Natürlich nicht. Wir müssen auch die richtigen Informationskanäle bespielen. Unsere Hauptzielgruppe, die jungen dynamischen Führungskräfte, beziehen nach einer aktuellen Untersuchung zu 41 Prozent ihre Informationen über das Smartphone und nur zu drei Prozent aus gedruckten Quellen. Da macht Pressearbeit im traditionellen Verständnis wenig Sinn. Wir müssen umdenken in Richtung Social Media.

Wo sehen Sie in Ihrem ­Ressort die vordringlichen Aufgaben?
Wichtig ist, zu vermitteln, dass erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit auf einer guten ­internen Clubkommunikation beruht. Jedes Clubmitglied muss auf dem Laufenden sein, was Projekte und Clubangelegenheiten angeht, um Rotary gut vertreten zu können. Und wenn Sie mich nach der größten Baustelle fragen, dann sind das die Clubwebsites: Abge­sehen davon, dass sie nicht immer aktuell sind, fehlen im eigentlich attraktiven RO.WEB-­Design die Ansprechpartner. Man weiß nie, wer hinter den Clubs steht. Eine anonyme E-Mail-Adresse dürfte manchen Informationssuchenden eher abschrecken.

Noch einmal zur internen Kommunikation: Sie werben stark für das neue Konferenzformat Barcamp. Inwieweit bringt uns das weiter?
Ein Barcamp verzichtet auf ein vorgegebenes Programm. Die Initiative für Themensetzung und Diskussionsstil geht ganz auf die Teilnehmer über. Dadurch können wir Rotary „anders denken“. Die Teilnehmer schwärmen noch heute vom ersten Barcamp im Fe­bruar. Wer das verpasst hat, kann bei der zweiten Auflage am 11. Februar 2017 in Berlin (9 Uhr, Phorms Campus, Berlin-­Mitte, Ackerstraße 76) direkt miterleben, wie inspirierend es sein kann, wenn man keine stramme Tagesordnung mit prallem Programm „abarbeiten“ muss.


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Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.