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Technik an Grundschulen

Wer prägen will, muss früh anfangen

Technik an Grundschulen - Wer prägen will, muss früh anfangen
Beim Projekt "Jugend und Technik" des RC Aschaffenburg tüfteln Grundschüler an richtig funktionierenden Technik-Modellen wie dieser kleinen Dampfmaschine. © Petra Reith, Main-Echo

Der Berufsdienst konzentriert sich in vielen Rotary Clubs auf Schulabgänger und Studenten. Warum nicht mal Grundschüler ansprechen? Und zwar auf Technik!

Patrick Shaw01.12.2017

Die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel – besonders in den naturwissenschaftlichen Berufen. Doch wie gelingt es, den Nachwuchs für Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau und Co. zu begeistern? Durch spielerisches Entdecken: Wenn Kinder früher aus Weinkorken und Garnrollen einen Kran bauten oder heute mit Lego-Technik ein Modellauto zusammensetzen, beginnen sie sich für Technik zu interessieren.

 

Dieses Prinzip haben der RC Aschaffenburg und der RC Obernburg aufgegriffen und gemeinsam mit dem TÜV Hessen und Sponsoren aus der lokalen Wirtschaft das Projekt „Jugend und Technik“ auf die Beine gestellt. 23 Grundschulen beteiligen sich mittlerweile im siebten Jahr daran. Ihre Arbeitsgemeinschaften beschäftigen sich mit Elektrizität, Mechanik, Luftdruck, oder – in diesem Jahr – mit Sensoren und ihrer Bedeutung für die digitale Welt.

 

„Das ist kein Bastelkurs“, sagt Initiator und Projektleiter Ulrich Brass. Vielmehr gelte es, die Neugier und die Lust der Grundschüler am Denken und Tüfteln zu wecken. 15 bis 20 Dritt- und Viertklässler werden in dem Programm an naturwissenschaftliche Themen und Experimente herangeführt. Ganz nebenbei lernen sie, wie lebensnah Mathematik und Physik sein können.

 

Lernen in 3D

Noch etwas spezieller ist das Engagement des RC Arnstadt auf dem Gebiet „Jugend und Technik“. Er fördert das mobile 3D-Solarenergielabor des Vereins „Solar-Dorf Kettmannshausen“. Dort lernen Drittklässler, einfache dreidimensionale Objekte am Computer zu entwerfen und per 3D-Drucker herzustellen – beispielsweise Räder für ein Spielzeugauto. Vergangenes Jahr wurde das Projekt mit dem Thüringer Klimaschutzpreis ausgezeichnet.

„So erhalten bereits Grundschüler Einblick in technische Berufsfelder, die die Entwicklung unserer Industriegesellschaft prägen werden“, erklärt Clubpräsident Martin Deike. Die mehr als 50 teilnehmenden Grundschulen bilden die Initiative „Verbund digitale Bildung mit 3D-Druck“. Acht Schulen spendete der RC Arnstadt zusammen mit Sponsoren außerdem spezielle Lernsets, bestehend aus 3D-Drucker, Laptop und Software.

„Der 3D-Druck revolutioniert viele Branchen und treibt als Teil der Industrie 4.0 die Digitalisierung voran“, betont auch Clubsprecher Dr. Horst Sproßmann. „Der Umgang mit dieser Kernkompetenz sollte jungen Menschen früh gelehrt werden.“ Und Rotary schlägt mit Projekten wie diesen gleich drei Fliegen mit einer Klappe: berufliche Orientierung zu geben, Mentor der Jugend zu sein und selbst am Puls der (digitalen) Zeit zu bleiben.

Patrick Shaw
Patrick Shaw, Jahrgang 1975, war von 1997 bis 2001 Offizieranwärter der Bundeswehr, von 2001 bis 2016 Volontär und Redakteur der Nürnberger Nachrichten und ist seit 2017 Redakteur des NN-Heimatverlags Treuchtlinger Kurier. Er war Gründungsmitglied und Präsident des Rotaract Clubs Weißenburg, 2005/06 Rotaract-Distriktsprecher sowie von 2007 bis 2013 Assistant Governor und Rotaract-Beauftragter im Distrikt 1950. Von 2008 bis 2010 betreute er redaktionell den Mitgliederbrief der German Rotary Volunteer Doctors. Seit 2007 ist er Mitglied des Rotary Clubs Roth und war dort 2015/16 Präsident. Das Amt des Distrikt-Berichterstatters übt er seit 2016 aus.