https://rotary.de/clubs/distriktberichte/gemeinschaft-hybrid-erleben-a-16692.html
Distrikt

Gemeinschaft "hybrid" erleben

Distrikt - Gemeinschaft
Bei seinen Clubbesuchen wirbt Governor Heribert Trunk für neue Formen des Meetings, der Öffentlichkeitsarbeit und der rotarischen Gemeinschaft. © Patrick Shaw

Während der Corona-Pandemie „ist Rotary elektrisch geworden“, sagt Heribert Trunk. In den neuen Kommunikationsformen sieht der Governor auch Chancen.

Patrick Shaw01.10.2020

Vieles meint Heribert Trunk nicht ganz ernst, wenn er einen der Clubs im Distrikt 1950 besucht. Etwa dass er die in den Sommerferien nicht immer glänzende Präsenzquote persönlich nehme, oder dass er im Nachgang kontrollieren werde, welche der 68 Clubs in ganz Nordbayern und Thüringen seinen "Anweisungen" folgen. Einige Themen sind dem Governor aber sehr ernst, darunter Öffentlichkeitsarbeit, Modernisierung und Digitalisierung.

Meeting im Koffer

Ein zentrales Stichwort in Zeiten der Pandemie lautet dabei: "hybrid". Das haben Heribert Trunk und seine Ehefrau Barbara mit im Gepäck – und zwar wörtlich. Der "Hybrid-Koffer" enthält alles, was die Clubs brauchen, um ältere oder anderweitig durch das Virus gefährdete Rotarier virtuell am Meeting teilhaben zu lassen: Laptop (oder Smartphone) mit Internetzugang, Beamer, Mikrofon, Lautsprecher, Kamera mit Stativ sowie passende Kabel und Adapter.

Während viele Clubs mit reinen Online-Konferenzschaltungen nicht richtig warm geworden sind, kann so jedes Mitglied selbst entscheiden, in welcher Form er oder sie das Meeting verfolgt. Das bringt die Freundinnen und Freunde nicht nur in Corona-Zeiten wieder zusammen, sondern bisweilen auch schon als "Karteileichen" abgestempelte Mitglieder mit wenig freier Zeit zurück in die Clubgemeinschaft.

Der Governor sieht sich dabei "nicht als Aufpasser, sondern als Helfer". Und als Modernisierer: Ob mehr junge und mehr weibliche Mitglieder, eine längerfristigere Ämter-Stafette in den Clubvorständen, eine partnerschaftliche Kooperation auf Augenhöhe mit Rotaract oder die Nutzung Sozialer Medien, um Rotary mit seinen Zielen und Projekten bekannter zu machen – der Serviceclub soll weg vom Image einer elitären Seilschaft alter Männer.

Freundschaft first

Dazu beitragen soll nicht zuletzt auch das Konzept der Satelliten-Clubs: "Leute außerhalb von Rotary mit Sonderthemen abholen", wie es Heribert Trunk formuliert, dessen Clubbesuch stets mit der "Feedback-Wolke" endet. Viele verschiedene Stichworte stehen darauf, von "Jugendaustausch" und "Polio besiegen" bis hin zu "Umweltschutz" und "Frieden". Zwei rotarische Grundprinzipien fehlen aber so gut wie nirgends: "Den Horizont erweitern" und "Freundschaft".

Patrick Shaw
Patrick Shaw, Jahrgang 1975, war von 1997 bis 2001 Offizieranwärter der Bundeswehr, von 2001 bis 2016 Volontär und Redakteur der Nürnberger Nachrichten und ist seit 2017 Redakteur sowie seit 2020 stellvertretender Redaktionsleiter des NN-Heimatverlags Treuchtlinger Kurier. Er war Gründungsmitglied und Präsident des Rotaract Clubs Weißenburg, 2005/06 Rotaract-Distriktsprecher sowie von 2007 bis 2013 Assistant Governor und Rotaract-Beauftragter im Distrikt 1950. Von 2008 bis 2010 betreute er redaktionell den Mitgliederbrief der German Rotary Volunteer Doctors. Seit 2007 ist er Mitglied des Rotary Clubs Roth und war dort 2015/16 Präsident. Das Amt des Distrikt-Berichterstatters übt er seit demselben Clubjahr aus.