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RHEINE

Zwei Präsidenten teilen sich ein Amt

RHEINE - Zwei Präsidenten teilen sich ein Amt
Die Präsidentenkette des RC Rheine teilen sich Christian Oehl und Thorsten Schiermann. © privat

Der Rotary Club Rheine hat die aktuelle Präsidentschaft auf vier Schultern verteilt. Fragen an den Geschäftsführenden Präsidenten Christian Oehl

Hartmut Bigalke29.02.2016

Warum sind Sie Geschäftsführender Präsident und warum zwei Präsidenten?
Der Grund liegt in der Erkrankung des gewählten Präsidenten 2014/2015 kurz nach Amtsantritt. Der Präsident elect sprang in die Bresche und zog seine Amtszeit vor. Das führte zu einer angeregten Diskussion über dessen Nachfolge, eine Nachfolge ohne Vorlaufzeit. Viele Mitglieder hatten schon ein Amt oder waren schon Präsident. Daher verringerte sich der Kandidatenkreis stark. Die mit dem Präsidentenamt einhergehende hohe und kontinuierliche Verfügbarkeit ist teilweise schwer mit den heutigen beruflichen Anforderungen zu verbinden. Aus diesem Grund boten Freund Thorsten Schiermann und ich eine duale Lösung an: Zwei Präsidenten teilen sich ein Amt. Warum sollte man bei Rotary nicht rotieren können?


Wie ist Ihre Bilanz zur Halbzeit des rotarischen Jahres?
Unsere Bilanz nach dem ersten Halbjahr ist trotz anfänglich einiger negativer Meinungen zu dieser Variante durchweg positiv. Für uns war es immer schon wichtig, dass man neben dem Altbewährten auch einen gewissen Wandel mit der Zeit zulässt. Nur hierdurch gewinnt man an Erfahrung und kann so auch Rotary wieder ein gewisses Stück attraktiver gestalten.


Würden Sie dieses Präsidenten-Modell anderen Clubs empfehlen?
Ja, auf jeden Fall! Hierdurch wird dieses Amt viel attraktiver und flexibler. Es lassen sich verschiedenste parallel laufende Projekte einfacher koordinieren, da die Last auf mehrere Schultern verteilt wird. Selbst spontane Ausfälle durch Krankheit können einfacher kompensiert werden.


Beim Besuch des Partnerclubs in Emmeloord standen den niederländischen Freundinnen und Freunden gleich zwei leibhaftige Präsidenten gegenüber. Wie waren die Reaktionen?
Sehr positiv! Sowohl die Präsidentschaftsfrage als auch die zeitliche Belastung während des Amtes ist auch dort immer schon eine Herausforderung gewesen. Die Lösung lag für unsere Freunde sofort auf der Hand und dieses Modell wollten sie in der nächsten Clubversammlung besprechen.


Am 30. Juni 2016 werden Sie beide ein halbes Jahr als Präsidenten gedient haben, mehr oder weniger. Wollen Sie nachdienen?

Ich möchte diese Frage mit einer Gegenfrage beantworten. Wenn es dem Club dienlich ist und jemand Lust und Spaß daran hat, gewisse Funktionen ein weiteres Mal auszuüben, warum sollte man ihn daran hindern?

Hartmut Bigalke
Hartmut Bigalke ist Journalist mit 40 Jahren Erfahrung als Redakteur mit vielfältigen Führungsaufgaben bei großen Regionalzeitungen, u. a. Westfälische Nachrichten und Schwäbische Zeitung. Seit 2006 ist er Journalist im Ruhestand, seit 2009 Distriktberichterstatter für den Rotary-Distrikt 1870.