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Distrikt

Von der Ukraine an die Nordsee

Distrikt - Von der Ukraine an die Nordsee
Die ukrainischen Inbounds Vova (von links), Sascha und Shenja genießen ihr Austauschjahr bei den Husumer Rotariern

Drei Schüler aus Odessa leben in deutschen Familien. Der RC Husum ermöglicht ihnen den Aufenthalt

Can Özren15.05.2015

57 Inbounds aus 13 Ländern sind in diesem Jahr zu Gast im Distrikt 1890. Darunter sind sieben Oneway-Inbounds. Die Clubs, die sie als Gastgeber betreuen, haben im Gegenzug keine eigenen Austauschschüler verschickt. Dabei ragen drei Oneway-Inbounds besonders heraus – und das nicht nur, weil sie Basketballer sind. Die Jungs kommen aus der vom Krieg stark belasteten Ukraine. Im Sommer vergangenen Jahres waren sie mit ihrer Basketball-Klasse bei einem Turnier in Husum zu Gast. Bei der Gelegenheit entstand die Idee für einen Schülerjahresaustausch mit Rotary.

Mit großer Unterstützung der Multidistriktbeauftragten Birgit Wetzel (RC Ahrensburg) und Dis­triktchair Gesa Völkl (RC Mittelholstein) gelang es, das übliche Bewerbungsverfahren abzukürzen und die Visa zu beschaffen. Der Club in Husum organisierte die Aufnahme der Jungs aus Odessa in Gastfamilien und sorgt für alles drum herum, eine große Herausforderung für den Club, der schon viele Jahre nicht mehr am Schüleraustausch teilgenommen hatte. Doch es gelang, und so sind Sascha, Shenja und Vova seit Oktober 2014 in Deutschland. Dank einer guten privaten Deutschlehrerin und viel Fleiß sprechen sie bereits gutes Deutsch und haben die Sprachprüfung des Distrikts mit guten Noten bestanden.
 
Ungewisse Zukunft
Auch für die Gastfamilien an der Nordsee sind die 17-jährigen Sportler eine Bereicherung, denn alle sind fröhlich, aufgeschlossen und lernbegierig. Sie wissen, dass sie nach diesem Gastjahr in Husum wieder nach Odessa zurück müssen, und dort erwartet sie vermutlich ziemlich zeitnah der Einberufungsbefehl, denn in der Ukraine herrscht Krieg. Ulrich Wacker, Präsident des RC Husum: „Es ist für uns selbstverständlich, junge Menschen zu unterstützen. Vielleicht tragen wir mit unserem Engagement ein wenig zum Frieden in der Welt bei.“