Falk Meyer, RC Stralsund-Hansestadt - Ein Glücksfall für den Aufbau Ost

Falk Meyer

15.07.2013

Falk Meyer, RC Stralsund-Hansestadt 

Ein Glücksfall für den Aufbau Ost

Matthias Schütt

Auf der Skala der Ehrungen, für die ein erfolgreicher Beamter infrage kommt, hat Falk Meyer eine ziemlich exklusive Stufe erreicht.

Falk Meyer wurde 2012 zum Ehrenbürger von Stralsund ernannt. Die seltene Auszeichnung traf keinen „Eingefleischten“, sondern einen Zugereisten. Falk Meyer, eigentlich im Bremer Raum zu Hause, hat sich nach 1990 um die maritime Entwicklung der Ostseeküste in Mecklenburg und Vorpommern gekümmert und mit vielen kreativen Problemlösungen die Herzen der Stralsunder gewonnen. Seine Liebe zur Boddenlandschaft begann im Campingwagen, allerdings nicht in Urlaubslaune: Das Gefährt war die provisorische Unterkunft, als der stellvertretende Dezernatsleiter von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel 1990 mit einer ersten Inspektion der ostdeutschen Küste beauftragt wurde. Ein neues Amt sollte hier entstehen. Ein halbes Jahr hatte man dafür angesetzt, schließlich brauchte man Falk Meyer als Haushaltsfachmann in Kiel. Es kam jedoch anders, und zwar nicht nur, weil ihn der „Aufbau Ost“ reizte, sondern auch weil er offensichtlich den richtigen Ton traf bei den 550 Mitarbeitern des ehemaligen Seefahrtsamtes und des Seehydrographischen Dienstes.

Ein kreativer Kopf

Es begann jedenfalls eine fruchtbare Zusammenarbeit, die sich über insgesamt 880 Küstenkilometer erstreckte – vom Leuchtturm Buk bis zur polnischen Grenze. In den 150 Millionen Euro, die er in 13 Jahren als Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund verbaute, steckt zum Beispiel der Ausbau der Zufahrten zu den Seehäfen in Rostock und Stralsund. Enorme Summen, aber auch enorme Chancen: Die Vertiefung der Fahrrinne vor Rostock ermöglichte erst den Aufschwung im Fährverkehr nach Skandinavien, und Stralsund konnte seinen Wirtschaftsverkehr danach gar verdreifachen.

Mit dem Charme des Machers, der im Zweifelsfall nicht gleich nach den Vorschriften greift, löste Falk Meyer auch kleinere Probleme der maritimen Infrastruktur. „Begründungen sind wie Beeren, man muss sie nur pflücken“, war eine Leitlinie, mit der sich der ein oder andere Berg versetzen ließ. Weil man wegen besserer Leuchtfarben nicht mehr so viele Schifffahrtszeichen benötigt, sorgte Meyer dafür, dass der alte Tonnenhof in Stralsund dem Meeresmuseum als Außengelände übertragen wurde. Ein Kümo mit Bühnenaufbau bereichert als Theaterschiff die städtische Kulturszene, noch so ein Projekt. Und auch dies: Vier markante Leuchttürme entlang der Küste sind jetzt der Öffentlichkeit zugänglich; so etwas galt einmal als Tabubruch.

Kein Wunder, dass dieser kreative Kopf nach Dienstschluss nicht einfach Feierabend macht. „Ich habe mich nie versteckt, was Ehrenämter angeht“, auch dieses Zitat erklärt den Erfolg des Leitenden Baudirektors a. D. in der Wahlheimat. Neben Tätigkeiten in nautischen Vereinen, in der Bruderschaft der Schiffer-Compagnie und im Förderverein des Meeresmuseums hat ihm die schönste Aufgabe Rotary beschert: die Organisation des jährlichen Segeltörns für asthmakranke Kinder, die die Christian-Müther-Stiftung in Zusammenarbeit mit den Rotary Clubs Rügen, Greifswald und Stralsund anbietet. Seit 1990 haben an die 5000 Patienten zwischen sieben und 15 Jahren in frischer Brise ihre Widerstandskräfte stärken können. Ohne Regattadirektor Falk Meyer geht hier gar nichts, auch wenn er sich den Chef nicht anmerken lässt. Er macht diesen Job wie alle anderen ohne großes Aufheben, beherzt, professionell und mit viel Freude an der Sache.

Erschienen in Rotary Magazin 7/2013

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.

 

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