Laibach/Zagreb - Zwanzig Jahre Projektarbeit

Die „Österreichische Entminungsinitiative“ war eines der größten Projekte in den letzten zwanzig Jahren. © dnevnik

22.05.2011

Laibach/Zagreb

Zwanzig Jahre Projektarbeit

Heinrich Marchetti-Venier

Mit dem ersten Club in Slowenien dem RC Ljubljana setzte schon bald eine intensive Gemeindienstarbeit ein. Gleich zu Beginn wurden Foundation-Seminare abgehalten und mit Unterstützung der Medien und öffentlicher Stellen große Vorhaben umgesetzt, zu denen vornehmlich Schul- und Gesundheitseinrichtungen, Behinderten- und Altenheime zählen. Ein allgemeines slowenisches Sozialprojekt ist der „Unterricht für Kinder ohne Eltern“. Das seit 18 Jahren landesweit durchgeführte und bekannteste Projekt ist das Dezember-Nikolauskonzert des RC Ljubljana – zusammen mit dem Slowenischen Fernsehen. Die Erlöse hieraus sowie von anderen Veranstaltungen werden an von den Universitäten ausgesuchte begabte Studenten für Auslandsstudien vergeben. Außerdem besteht eine rotarische Bildungsstiftung „Leon Stukelj“ (1898-1999), benannt nach dem berühmten Olympiateilnehmer und Rotarier.

Trotz der zunehmenden Eigenständigkeit der slowenischen Clubs blieben die Kontakte zu Österreich weiter eng, z.B. beim RC Bled, der mit dem RC Villach seit 1991 bei Projekten verbunden ist. Mit dem RC Slovenj Gradec unterhält der RC Völkermarkt beste Kontakte. Ebenso enge Kontakte nach Slowenien pflegen die Clubs von Bad Radkersburg, Feldbach, Fürstenfeld und Deutschlandsberg in der Steiermark.

Regionalspezifische Projekte

Ausgangspunkt für die Gründung der kroatischen Clubs war 1991 der RC Zagreb. Hier war die Projektarbeit vor allem durch die Folgen des jugoslawischen Erbfolgekriegs geprägt, vor allem die Minenräumung und die Betreuung von Minenopfern. Dafür entstand die „Österreichische Entminungsinitiative“. Von 2002 an konnten von den Wiener Freunden allein 215.000 Euro aufgebracht werden, die zwei  Entminungsorganisationen jeweils verdoppelt haben: 860.000 Euro waren das stolze Ergebnis. 2004 wurden durch einen Event dafür 100.000 Euro erwirtschaftet, und auf Initiative des RC Wien-Nord stellte die Republik Österreich Kroatien 329.000 Euro zur Verfügung, die wiederum verdoppelt die Projektsumme von 1 316.000 Euro ergaben. Am Ende stand das beeindruckende Volumen von 3.150.000 Euro. Das bislang größte Rotary-Clubprojekt in Kroatien, „Korak u Život“ (Schritte ins Leben) ist hingegen 71 Universitätsstipendien für mittelose Studenten gewidmet, für welche 1,4 Millionen Euro gesammelt wurden. Zu einem Benefizkonzert kam eigens Startenor José Carreras mit der irischen Sopranistin Celine Byrne nach Zagreb. Ein häufiger Weg zur Projektfinanzierung sind sportliche Aktivitäten. Hier sind vor allem internationale Segel-Jugend-Veranstaltungen zu nennen: mehrfach mit dem RC Feldbach und dem Distrikt 1910 durchgeführte Camps sowie das Projekt „Mirno More“ (Unser Meer) für traumatisierte Kinder des Balkankrieges. Der R.C. Zagreb-Centar hat eine Rotary-Tennis-Fellowship ins Leben gerufen und mit anderen Clubs alljährlich Tennisturniere veranstaltet sowie einmal in Rovinj die Rotary Tennis-Weltmeisterschaften. Und der R.C. Zadar betreute wiederholt die Internationale Rotary Segel-Regatta in den Kornaten. Eines fällt bei allen Aktivitäten auf: Bei Einkommen, die ein Drittel der Höhe in Österreich erreichen, bringen die Mitglieder hier pro Kopf um die Hälfte mehr Geld für ihre Gemeindienst-Vorhaben auf als die österreichischen Mitglieder.

 

Erschienen in Rotary Magazin 8/2011

Heinrich Marchetti-Venier

DDr. Heinrich Marchetti-Venier wurde in Oberösterreich geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium des Lehramtes sowie der Geistes- und Naturwissenschaften an den Universitäten Salzburg auf, es folgten die Stationen, Wien, München, Bochum, Turin, Strasbourg und Washington. Anfangs Tätigkeit in der Raumordnung, später als Historiker und Privat-Gutachter sowie Autor. Er hatte lange Zeit das Amt des Distriktberichters für die österreichischen Distrikte D 1910 und 1920 inne. Heinrich Marchetti-Venier starb im November 2015.

Rotary Magazin 10/2016

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