Rotary und Polioplus - Rotarier beweisen DurchhaltevermögenFotostrecke: Der Kampf gegen Kinderlähmung hat viele Gesichter

Ein Mitglied eines Rotary Clubs verabreicht einem Kind in Chad eine Impfdosis gegen Polio. © Rotary International

23.10.2014

Rotary und Polioplus 

Rotarier beweisen Durchhaltevermögen

Matthias Schütt

Innerhalb der Global Polio Eradictaion Initiative (GPEI) mit der Weltgesundheitsorgansiation (WHO), UNICEF und den US-Gesundheitsbehörden CDC spielen die Rotarier drei Rollen: als Geldbeschaffer, Impfhelfer vor Ort und unermüdliche Mahner ihrer Regierungen, die Finanzierung der Kampagne sicherzustellen. Da in fast jedem Land Rotary Clubs arbeiten, stand überall ein Reservoir an Freiwilligen zur Verfügung, aus denen vor Ort die Impfteams gebildet werden konnten.

Im Vergleich zu den Beiträgen der Staatengemeinschaft ist der Beitrag Rotarys von bisher 1,2 Milliarden US-Dollar ein kleiner Teil, aber als flexibel einsetzbare Mittel von strategischer Bedeutung. Als wichtigste Zuweisung gelten 5,3 Millionen US-Dollar, die Rotary 1988 der WHO überwies, damit sie in Genf einen Kampagnenstab und fünf Außenbüros in den Erdteilen aufbauen konnte. Erst damit konnte der Kampf gegen die Kinderlähmung global beginnen. Inzwischen ist er die größte Aktion in der Geschichte der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.

Im rechnerischen Durchschnitt haben 1,2 Millionen Rotarier in 30 Jahren weltweit pro Kopf 1000 Dollar für die Kampagne gespendet – vom US-Millionär bis zum Schullehrer in Tansania, einem der ärmsten Länder der Welt. Wie diese Bereitschaft erzielt wurde, gemeinsam über einen so langen Zeitraum ein Jahrhundertprojekt zu stemmen, ist nur verständlich vor dem Hintergrund der ethischen Selbstverpflichtung, die die Rotarier überall auf der Welt verbindet. Diese Selbstverpflichtung umfasst neben dem grundlegenden Einsatz für Frieden und Völkerverständigung auch die Bereitstellung von humanitärer Hilfe, vor allem dort, wo andere Unterstützer nicht zur Verfügung stehen.

Im Fall der Kinderlähmung sind es fünf Gründe, die uns veranlassen, die Kampagne bis zum Erfolg weiterzuführen.

Es stehen Menschenleben auf dem Spiel:
Sollte es uns nicht gelingen, Polio zu besiegen, könnte die Zahl der Krankheitsfälle in den nächsten 40 Jahren erneut auf 10 Millionen ansteigen.


Es ist erreichbar: Wir haben Wege und mit dem Polio-Impfstoff das nötige Mittel, um alle Kinder vor der Krankheit zu schützen.

Es ist eine gute Investition:
Laut einer unabhängigen Studien (Magazin Vaccine) wird die bisherige Investition in eine Polio-freie Welt in den nächsten 20 Jahren einen wirtschaftlichen Nutzeffekt von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar erzielen.

Es stärkt das System:
Im Zuge der Bekämpfung von Polio wurde eine Überwachungsnetzwerk aufgebaut, das auch für die Überwachung anderer Gesundheitsmaßnahmen (Masernimpfungen, Entwurmungsinitiativen, Moskitonetz-Ausgaben) genutzt wird.

Es bereitet vor:
Eine erfolgreiche Bekämpfung der Kinderlähmung beweist, dass wir unsere nächste globale Gesundheitsinitiative ebenso erfolgreich umsetzen können.

Die 30 Jahre, in denen es PolioPlus bereits gibt, sind auch die Zeitspanne, in denen sich Rotary grundlegend gewandelt hat: vom Honoratiorenclub, der Gutes tut, aber nicht darüber sprechen mag, zum modernen Freundschaftsclub berufstätiger Männer und Frauen, die selbstverständlich mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit gehen. So wurde – international wie national – ein Großteil der Spenden mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen eingeworben, die zum Teil spektakulär die Aufmerksamkeit auf das Jahrhundertprojekt lenkten.

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.

 

Rotary Magazin 12/2016

Rotary Magazin Heft 12/2016

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