Willibald Egger, RC Linz-Altstadt -

Past-Gov. Egger 2007 beim Ländertreffen in Böhmisch Krumau © Rotary Verlag/ Heinrich Marchetti 2007

14.06.2013

Willibald Egger, RC Linz-Altstadt

"Gräben zuschütten"

Heinrich Marchetti-Venier

Als Mister Rotary aus Linz bekannt, steht Past-Gov. Egger symbolisch und in eigener Person für die westösterreichische Glanzleistung, Rotary in Tschechien und der Slowakei aufgebaut zu haben.

Dort werden in seinem Governorjahr 1995/96 auch die meisten, sieben Clubs gechartert und weitere sieben auf die Gründungsschiene gebracht. Seine Entscheidung, die Distriktkonferenz 1996 erstmals auf tschechischem Boden und in Österreich abzuhalten, soll zum Signal für die Zukunft werden. „Gräben zuschütten“, lautet sein Jahresmotto, um die rotarische Vorkriegsfreundschaft mit Tschechien und der Slowakei unbeschwert zu erneuern. Ein Ziel, das gerade heuer mit der rotarisch gesponserten Landesausstellung vor und hinter der Grenze erreicht scheint.

Grenzen überwinden

Es war eine bereits Europa-verwobene Textillandschaft, in die Egger 1933 hineingeboren wurde. Der Großvater hat das Emporium Jacob Egger 1872 in der Linzer Hauptgeschäftsstraße aufgebaut, der Vater hat es erweitert und seine Mutter nach seinem frühen Tod 1948 geführt. Willibald wird nach der schulischen und beruflichen Ausbildung gleich auf Europatour geschickt, um dann die Firma zu übernehmen. Das verschafft ihm den berühmten „Blick über den Tellerrand“ und bewirkt eine weltoffene Haltung, gleich dem Wunsch, stets nach außen zu kommunizieren, um alte und neue Grenzen zu überwinden.

Grenzen werden auch in Hinsicht auf sein Berufsfeld überschritten, als sich die Handelswelt ändert und eine Stadtentwicklung Innovationen fordert. Als Präsident des Palais Kaufmännischer Verein ist Egger in seiner Heimatstadt durch 22 Jahre ein Motor neuer Handelsstrukturen. Spätestens als er unter persönlichem finanziellen Einsatz beginnt, die heute berühmte Arkade in der City durch seine Egger-Passage entstehen zu lassen. Und als er 1998 nach über 40 Jahren in den Ruhestand tritt, ist eine neue, fußgängergerechte Innenstadt Wirklichkeit geworden. Zugleich steht Egger für eine kulturelle Verantwortung, welche das Fördern von Museen und Vereinen umfasst sowie das Ballleben von Linz. Neben dem Berufsleben durchläuft Egger eine Schule von Serviceclubs, um deren Idealen zu dienen. Er wird bei der Gründung der Rotarischen Jugend 1952 Mitglied und später 1964 für zehn Jahre beim Round Table. 1973 tritt er in den RC Linz-Altstadt ein und ist 1988/89 Präsident. Immer wieder aufgefordert, an die Spitze zu treten, kommt er diesem Wunsch nach, als er 1995/96 Governor wird. Danach dient er dem Distrikt sechs Jahre als Distrikttrainer, Beauftragter für den Internationalen Dienst sowie die Mitgliedschaftsentwicklung. Dabei liegt ihm die stete Einbindung von Alt-Round-Tablern am Herzen.

Netzwerker

Systematische Europa-Verbindungen und Clubkontakte sind heute aus der Mode gekommen. Egger ist ein Meister im Verbindungenschaffen. Denn seine Tätigkeit erschöpft sich nicht im Distrikt, sondern wird von Evanston bei Conventions, RI-Präsidentenkonferenzen und Rotary-Instituten weltweit in Anspruch genommen. Zudem vertritt er den RI-Präsidenten von Deutschland bis in die Türkei und als Chairman verschiedener Task-Forces der Zone 14. Das nicht mehr bestehende Instrument eines European Affairs Committee ist für Jahre sein umtriebiges Arbeitsfeld.

Um fit zu bleiben, werden am Traunsee das Motorboot gesteuert, Berge bestiegen und Schifffahrten betrieben. Mit seiner Frau Margarethe seit 1964 verheiratet, erfreuen sie sich mehrerer Enkel aus den Ehen von Tochter und Sohn, der Mitglied des RC Linz-Leonding ist. Egger denkt, dass heute nicht verstanden wird, dass Service als ureigenste Eigenschaft vor dem Benefizgedanken steht. „Freundschaftsfähig sein bedeutet zuerst, dem Club zu dienen, dann dem Beruf, dazwischen dem Gemeinwohl und nicht zu übersehen dem internationalen Einsatz. Sich dem Ausland nicht verweigern und soziale Anliegen vor der Haustüre nicht vergessen“, das sind seine Botschaften an uns. 

Erschienen in Rotary Magazin 6/2013

Heinrich Marchetti-Venier

DDr. Heinrich Marchetti-Venier wurde in Oberösterreich geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium des Lehramtes sowie der Geistes- und Naturwissenschaften an den Universitäten Salzburg auf, es folgten die Stationen, Wien, München, Bochum, Turin, Strasbourg und Washington. Anfangs Tätigkeit in der Raumordnung, später als Historiker und Privat-Gutachter sowie Autor. Er hatte lange Zeit das Amt des Distriktberichters für die österreichischen Distrikte D 1910 und 1920 inne. Heinrich Marchetti-Venier starb im November 2015.

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