Mutmacher Manege

Distrikt 1890: Flensburg – Kinder wachsen über sich hinaus: Mit einem Zirkusprojekt hat der Rotary Club Flensburg-Nordertor Grundschülern neue Perspektiven eröffnet
Eine Woche lang hieß es Manege frei für 150 Kinder. Das große Zirkuszelt stand auf dem Ehrenhain am Flensburger Stadion. Die Mädchen und Jungen von zwei Grundschulen in der Stadt probierten aus, was sie sich vorher kaum zugetraut hätten. „Unser Ziel war es, Kinder in der Gemeinschaft darin zu bestärken und zu befähigen, über sich hinauszuwachsen – frei von ihrem sozialen Kontext, ihrer Herkunft, ihrem Lernerfolg oder persönlichen Beeinträch-tigungen. Das ist uns gemeinsam gelungen“, sagte Guido Prüssing, Clubpräsident und Projektleiter des RC Flensburg-Nordertor.
Jonglage und Akrobatik
Der Club hatte die Idee, organisierte das Projekt und finanzierte es gemeinsam mit zahlreichen Sponsoren. Das pädagogische Konzept und die Ablaufplanung kamen vom Zirkus Toussini aus Wedel. In der Manege führte der Circus Allegro durch die Woche – professionell, herzlich, nah an den Kindern. 120 Schüler der Hohlwegschule und 30 der Schule auf der Rude lernten Jonglage, Akrobatik, Zauberei und Clownerie. Zehn Zirkuspädagogen begleiteten sie, mehr als 50 Helfer sorgten für alles drum herum – vom Training bis zur Pausenversorgung. 800 geschmierte Brötchen, 700 geschnittene Äpfel und Bananen sowie 300 Naschitüten hielten die kleinen Artisten bei Kräften. Bei der Generalprobe und in zwei Vorstellungen zeigten die Kinder, wie viel sie in wenigen Tagen gelernt hatten. Rund 500 Zuschauer waren begeistert. Aus vielen Klassen wurde eine Zirkusfamilie. „Das sahen wir in ihren Blicken und in der Art, wie sie aufeinander achteten“, so Prüssing. Vier Mädchen am Trapez schwebten sicher durch die Höhe. Jonglier-Gruppen ließen Bälle, Flowersticks und LED-Gegenstände fliegen. Clowns brachten das Publikum zum Lachen.
Mehr Mut und Bewegung
Im Zirkustraining stecke viel Bewegung – im Gegensatz zum Alltag vieler Erwachsener und Kinder, so Prüssing. „Spielerisch die Freude daran zu fördern, ist damit ein wichtiger gesundheitsfördernder Aspekt des Projektes. Obendrein erlernen die Kinder neue Fähigkeiten und haben die Gelegenheit, diese auch stolz zu präsentieren. Das stärkt das Selbstbewusstsein.“ Die Woche wirkte: mehr Mut, mehr Bewegung und vor allem Freude. Die Kinder strahlten. Das Publikum rief „Zugabe!“. Prüssing: „Wenn Schulen nun weiter Raum schaffen für Jonglage, Zauberei, Seilspringen, Tanz, Hula-Hoop und Clownerie, bleibt die Wirkung dieser Woche lebendig – im Alltag der Kinder.“
In Kürze: Tierischer Unterricht
Zwei besondere Helfer kommen im Unterricht an der Hans-Brüggemann-Schule in Bordesholm zum Einsatz: Die Schulhunde Kalle und Lillebror. Sie tragen auf tierische Art und Weise zu einem positiven Klima in den Klassenzimmern bei – dank der Unterstützung des RC Bordesholm. Der Club ermöglicht die Ausbildung von Lillebror, der im Sommer seinen Dienst an der Gemeinschaftsschule aufnimmt. Die Tiere haben eine besondere Wirkung auf die Schüler: Sie beruhigen die Kinder, hellen die Laune und die Stimmung auf und erkennen sogar Emotionen angespannter Schüler. Das hilft den Lehrern bei der Gestaltung des Unterrichts und dem individuellen Umgang mit Kindern und Jugendlichen.





