Pflege ohne Grenzen

Foundation Brief
Ich sitze am Bett meines Vater im Krankenhaus und lausche dem leisen Rhythmus der Maschinen, die ruhiger klingen als er selbst. In diesem Moment wird das Leben auf das Notwendigste reduziert. Eine schwere Krankheit hat diesen Effekt. Sie zeigt, was am wichtigsten ist, und erinnert uns – mal sanft, mal schmerzhaft – daran, was uns allen wichtig sein sollte.
Mein Vater hat Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Auf diesem beschwerlichen und oft grausamen Weg wird mir selbst in dieser schwierigen Situation eine einfache Wahrheit bewusst: Jeder Mensch der Welt, wo er auch lebt, hat Anspruch auf eine würdevolle medizinische Versorgung. Nicht nur auf die Behandlung, sondern auf Mitgefühl. Nicht nur auf Medikamente, sondern auf die Gewissheit, dass sein Leben einen Wert hat. Wenn ich sehe, wie sich das Pflegepersonal mit routinierter Leichtigkeit bewegt und Ärzte ehrliche Prognosen und Hoffnung zugleich geben, wird mir schlagartig bewusst, dass Millionen von Menschen niemals dieses Maß an Unterstützung erfahren werden. Nicht, weil ihr Leben weniger zählt, sondern weil der Zugang zur Gesundheitsversorgung in vielen Ländern und Gemeinwesen nach wie vor ungleich verteilt ist. Das ist kein politisches Argument, sondern ein menschliches. Jede Familie verdient die gleiche Chance auf Heilung. In meinen vielen Jahren in Rotary habe ich erkannt, dass die Rotary Foundation uns zeigt, wie sehr diese Überzeugung kultur- und länderübergreifend verbreitet ist.
In einer Zeit, in der die internationale Entwicklungshilfe zur Prävention und Behandlung von Krankheiten immer mehr gekürzt wird, drohen wichtige Gesundheitsprojekte den Schwung zu verlieren. Unsere Foundation – und Sie, unsere Mitglieder – leisten unablässig eine vom Gemeinwesen getragene Unterstützung, um dies zu verhindern. Wir finanzieren den Kauf von Impfstoffen in Pakistan, bilden Gesundheitskräfte in Mosambik aus und stärken die anfälligen Gesundheitssysteme in Guatemala. Für die Foundation ist die internationale Zusammenarbeit kein abstraktes Ideal. Sie ist eine Verantwortung, die erfüllt werden kann, wenn Menschen edelmütig, partnerschaftlich und im Geiste gemeinsamer Menschlichkeit handeln. Ich bin unglaublich stolz auf unsere kollektive Führung.
Während ich die Hand meines Vater halte und er immer wieder in den Schlaf gleitet, wird mir bewusst, wie zerbrechlich und kostbar das Leben ist. Eine gerechte Welt lässt sich nicht an ihrem Reichtum oder ihrer Stärke messen, sondern daran, wie leidenschaftlich sie die Schwachen schützt.
Für meinen Vater ist dies ein persönlicher Kampf. Der Kampf für eine gerechte und mitfühlende Gesundheitsversorgung, die jedem Leben den gleichen Wert beimisst, ist universal. Er geht uns alle an. Mit Ihrer Großzügigkeit und Ihrem Engagement für unsere Foundation – und dank Ihrer grenzüberschreitenden Hilfsbereitschaft – kommen wir einer Welt immer näher, in der niemand zurückbleibt.
Ihre Jennifer Jones
Vorsitzende der Rotary Foundation Trustees





