Wie weiter, CDU?

Es gibt Parteien, die verlieren Wahlen. Und es gibt Parteien, die verlieren, während sie noch regieren, etwas Grundsätzlicheres: die Gewissheit, wofür sie gebraucht werden.
Die CDU gehört inzwischen zu dieser zweiten Kategorie. Ihr Niedergang ist mehr als eine Serie schlechter Wahlergebnisse. Er erzählt vom Zerfall einer politischen Ordnung, in der das Christliche Halt gab, das Konservative bewahrte und das Liberale Freiheit versprach. Doch die Kirchen verlieren ihre Bindekraft, das Konservative geriet unter Modernisierungsverdacht, das Liberale scheint kaum noch Wähler zu begeistern. Was bleibt von einer Volkspartei, wenn ihre drei Säulen brüchig werden? Und wer füllt den Raum, den sie hinterlässt? Das diskutieren wir in unserer Titelgeschichte ab Seite 32.
Der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann sucht zum Einstieg nach der verschütteten Kraft des Christlichen – nicht als nostalgisches Bekenntnis, sondern als ethisches Fundament politischer Verantwortung. Der langjährige FAZ-Herausgeber Gerald Braunberger hält die Erneuerung der Union für fraglich und plädiert für einen bürgerlichen Neubeginn: mit frischem Personal und einer sozialen Marktwirtschaft, die wieder dem Gemeinwohl dient. Im Interview erklärt CDU-Vordenker Andreas Rödder, warum die Partei ihre Werte nicht nur beschwören, sondern wieder glaubwürdig verkörpern muss, und fragt, wer sich eigentlich hinter der Brandmauer befindet – die AfD oder die CDU? Der Publizist Peter Köpf fordert eine Rückbesinnung auf konservative Wurzeln – auf Tradition, Heimat und Patriotismus, ohne der extremen Rechten das Feld zu überlassen. Und Klaus von Dohnanyi, Sozialdemokrat alter Schule, blickt mit Sorge auf die Erosion der politischen Mitte.
Fünf Perspektiven, eine offene Frage: Kann die Union aus den Resten ihrer alten Identität neue Kraft gewinnen – oder muss sich das bürgerliche Lager neu erfinden? Denn wo politische Bindungen schwinden, entstehen keine leeren Räume. Andere besetzen sie.
Barcelona ist mehr als Gaudís märchenhafte Architektur, mediterrane Lebensart und katalanische Gastfreundschaft. Wer im Juni 2027 zur Rotary International Convention kommt, entdeckt eine Stadt, in der 2000 Jahre Geschichte auf kreative Gegenwart treffen: zwischen gotischen Gassen, prachtvollen Jugendstilbauten, sonnigen Boulevards und dem neu belebten Hafen. Doch Barcelona lässt sich nicht allein besichtigen – man muss diese Stadt erleben. Und das gelingt am besten mit Menschen, die ihre Stadt lieben und ihre Türen öffnen. Die Rotary-Freunde vor Ort freuen sich darauf, Besucher aus aller Welt willkommen zu heißen: bei Tapas und Gesprächen, auf Dachterrassen mit weitem Blick und auf Entdeckungstouren zu den architektonischen Wunderwerken der Stadt. Vom 26. bis 30. Juni 2027 wird Barcelona zum Treffpunkt einer weltweiten Gemeinschaft. Betrachten Sie unseren „Fokus“ ab Seite 12 als eine Einladung, neue Freundschaften zu schließen, Horizonte zu erweitern und sich von einer Stadt verzaubern zu lassen, die immer wieder überrascht.
Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht
Björn Lange
Chefredakteur





