Fokus auf Zukunftsthemen setzen

Der neue Governor Jörg Hochhausen schätzt Vielfalt, Gespräche mit rotarischen Freunden und die Arbeit an Um- und Aufbruch in Clubs wie im Distrikt
Was hat Sie ursprünglich zu Rotary geführt — und was begeistert Sie bis heute daran?
Vor 31 Jahren wurde ich gefragt, ob ich bei einer Clubneugründung in Biberach an der Riß dabei sein möchte. Beim ersten Informations-Treffen kamen etwa 20 Damen und Herren zusammen, die meisten kannten sich nicht. Schnell wurde spürbar, dass dort beeindruckende Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Hintergründen aufeinandertrafen. Übrigens waren wir der erste Club im Distrikt, dem sowohl Damen als auch Herren angehörten. Diese Vielfalt und die offene, wertschätzende Haltung der Mitglieder faszinieren mich bis heute. Besonders beeindruckend ist für mich die freundliche Zugewandtheit über Club- und Ländergrenzen hinweg. Sie ermöglicht nicht nur Freundschaft, sondern auch gemeinsames Handeln im Sinne des Guten.
Welche Wirkung möchten Sie am Ende Ihres Governorjahres hinterlassen haben?
Mir ist wichtig, dass Menschen innerhalb und über die Clubgrenzen hinausmiteinander ins Gespräch kommen. Ich freue mich, wenn sich viele Freundinnen und Freunde aktiv ins Clubleben und in Projekte einbringen. Wenn Clubs regional, im Distrikt oder international gemeinsam etwas „auf die Beine stellen“, dann bin ich zufrieden mit meinem Wirken. Ich wäre stolz, wenn das Pflänzchen des Miteinanders in meinem Governorjahr weitergewachsen würde.
Wo sehen Sie die größte Chance für die Weiterentwicklung der Clubs?
Viele gewohnte Strukturen befinden sich derzeit im Umbruch. Gerade darin liegen Chancen für Rotary. Durch unsere gemeinsamen Werte, unsere Internationalität und die Verbundenheit untereinander verfügen wir über ein einzigartiges Netzwerk, das Verständigung, Austausch und gemeinsames Handeln ermöglicht. Dieses Netzwerk zu pflegen und auszubauen, macht viel Spaß und eröffnet uns die Möglichkeit, Gutes zu tun und gesellschaftliche Relevanz zu zeigen. Gleichzeitig stärkt dies die Attraktivität von Rotary – auch für jüngere Menschen.

Wie schaffen wir es, dass sich die nächste Generation wirklich angesprochen fühlt?
Zunächst sollten wir uns ehrlich fragen, wo unsere Stärken und Schwächen sind und wie Rotary von Außenstehenden wahrgenommen wird. Gleichzeitig müssen wir uns mit unserer Zukunft beschäftigen: Wo wollen wir als Club in fünf oder zehn Jahren stehen? Wenn wir unsere Werte und Ziele klar vermitteln und zugleich offen für die Bedürfnisse jüngerer Menschen bleiben, wird Rotary auch künftig ein Ort sein, an dem sich engagierte und interessante Persönlichkeiten versammeln – in Freundschaft nach innen und im Dienst nach außen.
Der rotarische Geist in drei Worten?
Zugewandtheit, Menschlichkeit und Interesse. Diese Haltung prägt meine Begegnungen mit Rotarierinnen und Rotariern weltweit: offenes Zuhören, Wertschätzung und die Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft einzusetzen.
Und was war schwieriger — Governor zu werden oder Familie und Kalender zu überzeugen?
Ich bin sehr froh, dass meine Ehefrau Senta und meine Familie meine rotarischen Aktivitäten stets unterstützt haben. Deshalb war beides nicht schwierig, sondern der Beginn eines spannenden und abwechslungsreichen Jahres.























