Sichere Orte für Frauen

Distrikt 1950: Governor-Projekt stärkt Frauenhäuser
Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu. Das Bundeslagebild stellt fest: Alle vier Minuten erlebt eine Frau partnerschaftliche Gewalt. Die Dunkelziffer ist hoch: Zwei Drittel der Betroffenen gehen nicht zur Polizei. Alle drei Tage wird eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet. Diese nüchterne Feststellung von Brita Richl, Leiterin des AWO-Frauenhauses in Würzburg, macht deutlich, dass hier dringend Hilfe gebraucht wird. In Deutschland existieren derzeit rund 400 Frauenhäuser. Dennoch reichen die Plätze nicht aus. Die Leiterin schildert auf der Distrikt-Halbjahreskonferenz: „Die Gewalt gegen Frauen ist vielfältig, betrifft alle Schichten der Bevölkerung und steigt, während die Ressourcen der Frauenhäuser nahezu unverändert bleiben.“ Immer häufiger müssten Einrichtungen Frauen abweisen, weil Kapazitäten erschöpft seien.
Mehr als ein Dach über dem Kopf
Unsicherheiten entstehen auch dadurch, dass kommunale Finanzierungsvereinbarungen auslaufen. Die Betroffenen kämen oft mit ihren Kindern in akuten Krisensituationen. „Viele Frauen fliehen über Nacht – ohne Vorbereitung, ohne Sicherheit, oft traumatisiert“, berichtet Brita Richl. 41 Prozent der Zugänge geschehen über professionelle Dienste, 38 Prozent durch Eigeninitiativen und 20 Prozent durch die Polizei. Frauenhäuser seien weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie böten Schutz, Stabilität und Perspektiven: durch psychosoziale Begleitung, Unterstützung im Umgang mit Behörden und Hilfe beim Aufbau eines selbstbestimmten Lebens.
Zwischenbilanz: Die Hälfte der Finanzierung steht
Genau hier setzt das Projekt „Frauenhäuser“ von Governor Ekkehard Schippers an. Dadurch werden im Distrikt vier Frauenhäuser unterstützt: in Ansbach, Weimar, Meiningen und das AWO-Frauenhaus Würzburg. Ziel ist eine nachhaltige Hilfe, die unmittelbar bei den betroffenen Frauen und Kindern ankommt. Frauen- und Kinderschutz werden immer zusammengedacht. Konkret geht es zum Beispiel um die Finanzierung einer halben Stelle für ein bedarfsgerechtes Angebot für Kinder und Jugendliche im Frauenhaus, die Einzäunung eines Spielplatzes, behindertengerechte Zugänge und eine Schließanlage.
Für das Governorprojekt werden insgesamt 80.000 Euro benötigt. Bis Anfang Februar sind rund 41.000 Euro zusammengekommen – getragen von allen Clubs im Distrikt, die sich gemeinsam für dieses Governorprojekt engagieren.„Rotary kann dort helfen, wo staatliche Unterstützung an Grenzen stößt“, betont Schippers. Es gehe nicht um symbolische Gesten, sondern um konkrete Verantwortung. „Wenn wir über Würde, Schutz und Zukunft sprechen, dann müssen wir auch handeln.“
In Kürze: Forschergeist
Der RC Miltenberg weckte bei 60 Viertklässlern aus Amorbach und Miltenberg den Forschergeist. An vier Projekt-Samstagen entdeckten die Kinder gemeinsam mit Rotariern und Lehrkräften die Welt von MINT. Sie experimentierten mit Rotkohl als Säure-Base-Indikator, bauten Wasserraketen, erprobten Drohnen und erlebten Geometrie durch Falten und optische Täuschungen. Dabei arbeiteten sie wie junge Forschende mit Hypothesen, Versuchen und kritischen Fragen. Das Projekt lebte vom ehrenamtlichen Engagement. Eltern und Schulen wünschen eine Fortsetzung. Präsident Joachim Fertig überreichte Zertifikate. Die Ergebnisse sind in den Schulen ausgestellt.



















