Finale in Taipeh
Von beeindruckenden Darbietungen und Rednern bis hin zu globalem Engagement: Mehr als 38.000 Menschen feierten den globalen Geist von Rotary

Die herzliche Gastfreundschaft Taipehs kam voll zur Geltung, als Hunderte von Rotary-Freiwilligen vor dem Veranstaltungsort einen Menschenkorridor bildeten und die abreisenden Teilnehmer mit Jubelrufen und feierlichen Gesten verabschiedeten. Viele Menschen hielten an, um Selfies zu machen und sich zu verabschieden, bevor sie sich auf den Heimweg machten.
Die viertägige Veranstaltung zog mehr als 38.000 Menschen aus 140 Ländern und Regionen an und war damit eine der größten Rotary-Kongresse der letzten Jahre. „In diesem Jahr habe ich oft davon gesprochen, uns für das Gute zusammenzuschließen“, sagte Francesco Arezzo, Präsident von Rotary International und Mitglied des Rotary Clubs Ragusa in Italien. „In den vergangenen Tagen haben wir gesehen, was das bedeutet. Rotary ist ein Ort der Begegnung – an dem Fremde zu Freunden werden, Freundschaft zu Vertrauen wird und Vertrauen zu Taten führt.“
Auf der Convention traten beeindruckende Redner auf, allen voran Malala Yousafzai, die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten und eine führende Verfechterin der Bildung für Mädchen.
Yousafzai, deren Vater Rotary-Mitglied war, setzte sich bereits vor ihrem Teenageralter für Bildung in Pakistan ein. Im Alter von 15 Jahren überlebte sie einen Anschlag der Taliban, der darauf abzielte, ihr Engagement zum Schweigen zu bringen. Nach monatelangen Operationen und Rehabilitationsmaßnahmen im Vereinigten Königreich gründete sie gemeinsam mit anderen den Malala Fund, um ihren Einsatz für die Bildung von Mädchen weltweit fortzusetzen. Im Jahr 2014, im Alter von 17 Jahren, erhielt sie den Friedensnobelpreis in Anerkennung ihrer Bemühungen um Bildung und Gleichberechtigung. Im Jahr 2020 schloss sie ihr Studium an der Universität Oxford mit einem Abschluss in Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften ab.

In ihrer Rede sprach Malala Yousafzai, die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten und engagierte Verfechterin der Bildung von Mädchen über ihre persönliche Verbindung zu Rotary als Tochter eines Rotary-Mitglieds und über die Bedeutung der Förderung von Mädchen. Obwohl Fortschritte erzielt wurden, erinnerte sie die Rotary-Mitglieder daran, dass „120 Millionen Mädchen weltweit weiterhin keine Schule besuchen“, und warb für mehr Vertrauen in Mädchen sowie für stärkere Investitionen in ihre Rolle als Führungspersönlichkeiten. „Mädchen verstehen die Probleme am besten … und auch die Lösungen am besten“, sagte sie und verwies auf wegweisende, von Mädchen geführte Bewegungen von Tansania bis Pakistan.
Mit Blick auf ihren eigenen Weg – von einer elfjährigen Fürsprecherin für Bildung bis heute – betonte Malala die Kraft gemeinsamen Handelns: „Selbst kleine Taten … bewirken eine enorme und bedeutende Veränderung.“ Sie rief die Rotary-Mitglieder dazu auf, sich ihrer Sache anzuschließen: „Wir brauchen Ihre mutige und ehrgeizige Vision, um eine bessere Zukunft für Mädchen zu schaffen.“
Neben diesem Höhepunkt bot die Plenarsitzung auch einige weitere, sehr persönliche Geschichten und Informationsfilme rund um das Thema „Gemeinschaften und Menschen zusammenbringen“. Die Session eröffnet hatte Generalsekretär und CEO von Rotary International, John Hewko. Sein Einstieg: die zunehmende globale Herausforderung der Einsamkeit. Unter Bezugnahme auf eine Harvard-Studie, die Beziehungen als den stärksten Prädiktor für Glück identifiziert, stellte er Rotary als wirksames Gegenmittel dar.

Die Sitzung würdigte zudem die Rolle junger Führungskräfte in der Friedensförderung. Berichte der diesjährigen Rotary-Preisträgerinnen und -Preisträger der Initiative „People of Action“ zeigten Basisinitiativen in den Bereichen Alphabetisierung, psychische Gesundheit, Inklusion und Konfliktlösung. Die ehemalige Rotary Peace Fellow Natalie Emery erzählte ihre Lebensgeschichte und zeigte auf, wie kleine Akte der Freundlichkeit zu systemischer Wirkung heranwachsen können. Von frühen Freiwilligeneinsätzen in Indien bis hin zur Leitung humanitärer Logistikprojekte für das Welternährungsprogramm verdeutlichte Emerys Werdegang die Bedeutung des aktiven Handelns.
Der italienische Arzt und Mitglied des Rotary International Programs Committee, Alberto Domenighini, warb dafür, jungen Menschen muss Raum zu geben: „Raum, um zu sprechen. Raum, um beizutragen. Raum, um zu führen.“ Als Gründungspräsident der Rotary Alumni Rotex 2050 Association forderte er die Rotary Clubs auf: „Bleiben Sie mit Ihren Alumni in Kontakt. … Diese Menschen teilen die Werte von Rotary.“

Die weltweite Reichweite und Wirkung der Arbeit von Rotary wurden von Holger Knaack, Präsident von Rotary International 2020/21 und Vorsitzender der Rotary Foundation, hervorgehoben. Er betonte, dass Rotary-Projekte auf Daten, Rechenschaftspflicht und Partnerschaften basieren und Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Wasserversorgung und Umweltschutz umfassen. „Wir arbeiten nicht auf der Grundlage von Hoffnung. Wir arbeiten auf der Grundlage von Fakten und Messbarkeit“, sagte er und kündigte das sechste Programm der Programs of Scale an: die „Zusammenarbeit für nachhaltige Wasser- und Sanitärsysteme in Haiti“. Die Initiative spiegele den Fokus von Rotary wider, bewährte Lösungen zu skalieren, um nachhaltige Veränderungen zu schaffen – in diesem Fall in Partnerschaft mit haitianischen Organisationen und der nationalen Wasserbehörde. Ziel ist es, wasserbedingte Krankheiten um 25 Prozent zu reduzieren, indem lokale Komitees, Wasserwerksbetreiber und Bürgermeister geschult werden, die die Arbeit auch nach dem Ende der Förderung fortführen.
Der Kampf gegen Polio bleibt weiterhin die oberste Priorität von Rotary. Valerie Wafer, Mitglied des Rotary International PolioPlus Committee, sowie Mike McGovern, Vorsitzender des International PolioPlus Committee und des Polio Oversight Board der Global Polio Eradication Initiative, beleuchteten sowohl die Fortschritte als auch die Herausforderungen bei der Erreichung besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Afghanistan und Pakistan sind weiterhin die einzigen Länder mit anhaltender Übertragung des Wildpoliovirus. Die größten Hindernisse sind eingeschränkter Zugang, Unsicherheit und Misstrauen, während Nigeria mit Ausbrüchen von Virusvarianten konfrontiert ist. Durch die jährliche Finanzierung von 50 Millionen Dollar durch die Rotary Foundation sowie 100 Millionen Dollar durch die Gates Foundation tragen Gesundheitshelfer an vorderster Front, integrierte Gesundheitskampagnen und weltweite Interessenvertretung zu sinkenden Fallzahlen und neuem Vertrauen bei.
Im „House of Friendship“ wurden mehr als 200 Exponate von Rotary- und Rotaract-Clubs, Distrikten und Ausstellern aus aller Welt präsentiert. Ein Highlight war das „Taipei Village“, das vom Organisationskomitee des Gastgeberlandes gesponsert wurde und einen Teil der historischen Altstadt von Taipeh nachbildete. Die Besucher tauchten durch chinesische Kalligraphie, Teezeremonien, Traditionen der Ureinwohner und andere Mitmachaktionen in die taiwanesische Kultur ein.

Auf dem Kongress wurde zudem der jährliche Führungswechsel bei Rotary festgelegt. Am 1. Juli wird Olayinka H. Babalola sein Amt als Präsident von Rotary International für den Zeitraum 2026–27 antreten, während Larry A. Lunsford als designierter Präsident fungieren wird.
Kurz vor dem Ende seines Amtsjahres betonte Francesco Arezzo indes die Bedeutung der Kontinuität in der Führung von Rotary. „Mir gefällt das Bild eines Staffellaufs“, sagte er. „Kein Läufer besitzt das Rennen. Der wichtigste Moment ist nicht das Laufen – es ist die Übergabe. Und Rotary ist ein Staffellauf. Wir nehmen den Staffelstab entgegen. Wir tragen ihn weiter. Wir geben ihn weiter. Und jede Generation von Rotariern muss die Organisation stärker, gütiger und hoffnungsvoller für die nachfolgende Generation hinterlassen.“
Kurz vor dem Ende seines Amtsjahres betonte Arezzo die Bedeutung der Kontinuität in der Führung von Rotary. „Mir gefällt das Bild eines Staffellaufs“, sagte er. „Kein Läufer besitzt das Rennen. Der wichtigste Moment ist nicht das Laufen – es ist die Übergabe. Rotary ist ein Staffellauf. Wir nehmen den Staffelstab entgegen. Wir tragen ihn weiter. Wir geben ihn weiter. Und jede Generation von Rotariern muss die Organisation stärker, gütiger und hoffnungsvoller für die nachfolgende Generation hinterlassen.“

Zum Schluss blieb nur noch eins: Die Vorfreude auf die RI-Convention in Barcelona 2027 offiziell einzuläuten…




























