Distrikt 1890

Mit dem Avatar zur Schule

von Can Özren | 
 |  Lesezeit: 2 Minuten

Der RC Seevetal stellt krebskranken Kindern kleine Roboter zur Ver- fügung, mit denen sie vom Krankenbett aus das Geschehen in ihrer Klasse verfolgen können.

Wenn Kinder schwer erkranken, können sie häufig über einen längeren Zeitraum nicht in die Schule gehen. In dieser Zeit verpassen sie den Unterricht und verlieren vor allem auch den Anschluss an die Klassengemeinschaft. Diese zusätzliche Isolation ist für die Mädchen und Jungen besonders schlimm. Der RC Seevetal will das ändern und kranken Kindern weiterhelfen - mit „Karlsson“. Für einige der kleinen Patientinnen und Patienten gehen sogenannte Avatare mit dem Namen "Karlsson" stellvertretend für die Kinder in die Schule. Die Telepräsenzroboter lassen sich per Tablet steuern. Kranke Kinder können so den Kontakt zu ihren Schulklassen halten, am Unterricht teilnehmen und sich vor allem weniger allein fühlen. Der "kleine Kerl" tut damit nicht nur ihrem Verstand, sondern vor allem auch ihrem Herzen gut.

Benefizabend im Livestream

Ursprünglich wollten die Freundinnen und Freunde mit ihrem alljährlichen Benefizkonzert das Konzept des Vereins Hilfe für krebskranke Kinder Seevetal unterstützen. Doch wie sollte der Club in einer Zeit Einnahmen generieren, in der die Coronapandemie ihnen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht hat und Konzerte mit Publikum unmöglich waren? Die Seevetaler fanden eine Lösung: Sie richteten einen Benefizabend aus, den sie per Livestream im Internet übertrugen. "Dank professioneller technischer Unterstützung konnten wir eine Veranstaltung in Fernsehqualität ausstrahlen und ihren reibungslosen Ablauf sichern", sagt Pastpräsidentin Silke Flathmann.

Geld für drei Avatare

Noch besser war das Programm: Eine top besetzte Talkrunde mit dem Schirmherrn der Veranstaltung, Ex-Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube, und regionalen Größen hatte sich zum Thema „Ehrenamt - Helden*innen des Alltags“ ausgetauscht. Für Auflockerungen des ernsten Themas sorgten die A-capella-Comedy-Gruppe LaLeLu sowie Videoeinspieler von ehrenamtlich Engagierten. Das kurzweilige und knackige anderhalbstündige Programm lies bei den Zuschauern keine Langeweile aufkommen. Da die Zuschauer keinen Eintritt zahlten, folgten sie den Spendenaufrufen während der Sendung. Zudem hatte der RC Unternehmen als Sponsoren gewonnen. Am Ende übertraf der Erlös des Abends alle Erwartungen und belohnte den Mut des Clubs: Mit 17.600 Euro Spendensumme sind drei Avatare finanzierbar.

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