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von Dorit-Maria Krenn |
| Lesezeit: 2 Minuten

Ei, ei, ei!

Eine Geschichte von Dorit-Maria Krenn (RC Straubing-Gäuboden)

Es geschah vor über einem Vierteljahrhundert. Der RC Straubing wollte zwar mit der Zeit gehen und Frauen eine Rotary-Mitgliedschaft ermöglichen, aber: Die Herren konnten sich nicht überwinden, selbst ein gemischter Club zu werden. So beschloss man kurzerhand, einen neuen „jungen“ RC mit dem Namen RC Straubing-Gäuboden zu gründen. Zu den Gründungsmitgliedern, ausgewählt vom „alten“ Club, gehörten drei Männer und – juchhe – zwei Frauen. Ein Jahr lang bis zur Charter­feier im Oktober 1998 wurden nun die künftigen Rotarierinnen und Rotarier, zu denen laufend weitere Kandidatinnen und Kandidaten stießen, von zwei erfahrenen Freunden des Seniorclubs in die Rotary-Welt eingewiesen – und zwar sehr engagiert und sehr streng. Eine immer wieder mahnend ans Herz gelegte Regel lautete: Nur nicht duzen!

Eine der Gründungsrotarierinnen ist Historikerin. Sie erforschte die Geschichte der bekannten Firma Verpoorten, die 1936 tatsächlich in Straubing eine Zweigstelle ihres damals in Berlin ansässigen Betriebs eröffnete – in Niederbayern gab’s halt viele Eier! Als das Berliner Werk im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, konzentrierte sich die Familie Verpoorten auf Straubing, lebte und produzierte hier. 1952 zog man aber dann doch weg – in die junge Bundeshauptstadt Bonn, die um Industrieansiedlung warb.

Zur Untermalung ihres Vortrags mit dem Titel „Ei, ei, ei Verpoorten“ reichte die Referentin natürlich Kostproben des Likörs – und zwar nicht zu wenig. Es wurde lauter und lustiger, bisher ungewohnt für unsere Meetings. Plötzlich stand einer unserer „Gründerväter“ auf, wir wurden sofort still und senkten die Köpfe wie ertappte Kinder. Er erhob das Glas, frisch gefüllt mit köstlichem Gelb, und sprach: „Ihr seid so nett, wir könnten doch Du zueinander sagen.“

Dieses „Eierlikör-Meeting“ ist seither in unserem Club legendär – und Duzen selbstverständlich.


 

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Dorit-Maria Krenn

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