Bamberg - Sterntaler - freigebig verschenkt

Präsident Hartwig Frinke beim Vorlesen in der Bamberger Martin-Wiesend-Schule © Privat

03.06.2011

Bamberg

Sterntaler - freigebig verschenkt

Matthias Schütt

Natürlich fehlt es an manchen Ecken und Enden, aber Geld ist nicht unser größtes Problem“, sagt Martina Pump, Rektorin der Martin-Wiesend-Schule in Bamberg. Sie führt diese private Fördereinrichtung für Kinder, die aufgrund von Behinderungen oder sozial bedingten Entwicklungsstörungen in sprachlichem Verhalten und Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt sind. Was die Pädagogin mehr als die knappen Mittel bedrückt, ist, dass ihre Schüler im Alter zwischen drei und 16 Jahren von vielen alltäglichen Erfahrungen ausgeschlossen bleiben. Hier Abhilfe zu schaffen hat sich Hartwig Frinke als Präsident des RC Bamberg-Schloss Geyerswörth für sein Amtsjahr mit dem Projekt „Sterntaler“ vorgenommen. „Zeit und Kreativität“ sind die Sterntaler des Clubs an die rund 250 Schüler, über deren Situation sich der Präsident keine Illusionen macht: „Die Schülerinnen und Schüler nehmen in der Bamberger Schullandschaft die äußerste Randstellung ein, wenn man schon von der Hauptschule als ‚Restschule’ spricht. Diese Kinder sind in vielfältiger Weise benachteiligt und haben so gut wie keine Lobby in der Öffentlichkeit.“ Dafür haben sie jetzt Rotary an ihrer Seite. Neben materieller Hilfe (Schreibhefte, Stifte) schaffen die Rotarier viele neue Erfahrungen, etwa durch Waldausflüge mit einem Förster, Verkehrsbetreuung (Schulwegtraining), Sportangebote, Anfertigung von Collagen und Skulpturen, Fahrradtouren und Fahrradpflege und vieles mehr. Genau die Hälfte seiner 32 Clubfreunde konnte Frinke gewinnen, sich direkt und persönlich einzubringen. Eine große Gruppe fungiert als Vorlesepaten, die mit den Vorschulgruppen arbeiten, entweder selbst regelmäßig vorlesen oder bei Autorenlesungen und Theaterbesuchen unterstützen. „Die Idee ist, die individuellen Möglichkeiten unserer Mitglieder optimal für die Kinder einzubringen“, umreißt Frinke das Konzept. Das entspricht genau den Intentionen, die die Pädagogen verfolgen. „Unsere Schüler sind nicht dumm“, betont Studienrätin Rita Walker-Ruppert, „ihnen fehlt nur die notwendige Förderung.“ Die Bedürfnisse und Interessen dieser Kinder werden zu Hause oft nicht erkannt und in der Regelschule fehlt die Zeit. Da ist das Rotary-Projekt ein bunter Strauß an willkommenen Anregungen. Schon jetzt steht fest, dass einige Sterntaler auch im nächsten Jahr für Überraschungen sorgen werden.

Erschienen in Rotary Magazin 5/2011

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.

 

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