Standpunkt - Der Rotary-Familientag als Pflicht und Kür der Distrikte

Ständig in Gebrauch - oder noch unbekannt? - Die Broschüre Rotary Wissen © Rotary

01.05.2017

Standpunkt

Der Rotary-Familientag als Pflicht und Kür der Distrikte

Thomas Meier-Vehring

Rotary ist komplex, manchmal kompliziert, aber immer interessant. Es ist sinnvoll und machbar, regelmäßig rotarisches Wissen zu vermitteln.

Dass jemand sich ein Auto kauft, einsteigt, sich wohlfühlt, bequem fährt, aber eigentlich gar nichts von seinem neuen Gefährt weiß – kaum vorstellbar. Dass jemand einen Roman als Buch kauft, ohne zu ahnen, was für eine Geschichte ihn erwartet – kaum vorstellbar. Dass jemand Mitglied in einem weltweit aufgestellten Serviceclub ist und nach Jahren noch nicht genau weiß, welcher internationalen Organisation er angehört und welche Ziele die Menschen an seiner Seite hier verfolgen – wohl kaum …

Hinter dem Horizont geht‘s weiter  
Zugegeben: Rotary ist manchmal nicht unkompliziert, obwohl immer wieder auf das „Keep Rotary simple“ hingearbeitet wird. Es ist allerdings auch kein Buch mit sieben Siegeln. Warum aber wissen so we­nige Freundinnen und Freunde etwas mehr über Rotary? Wenn man sie nach dem Sinn Rotarys fragt, erreichen die Antworten meist die Floskelqualität „Gutes in der Welt tun“ oder „Die Welt jeden Tag ein bisschen besser machen“. Damit kann man zufrieden sein, zeigt es doch auch, dass die Mehrzahl der Rotarierinnen und Rotarier schon eine gewisse Sinngebung erkennen. Doch Rotary ist so viel mehr. Das Interes­se der meisten Freundinnnen und Freunde daran erlahmt indes schlagartig, wenn der eigene Clubhorizont verlassen wird. Schon mit dem Nachbarclub ist die Kommunikation mitunter eher schwierig und auf Distriktebene ist es oft nicht anders. Von den gut 54.000 Rotarierinnen und Rotariern in den 15 deutschsprachigen Distrikten der Zonen 14 und Teilen von 19 kommen höchs­tens zehn Prozent zu den jährlich mit viel Engagement und rotarischer Liebe vorbereiteten Distriktveranstaltungen. Rotary, das ist eben oft nur der eigene Club. Lässt sich das ändern?

Wahrscheinlich ist alles viel einfacher, als wir annehmen. Es gibt diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Frauen lesen eine Gebrauchsanweisung, Männer verlassen sich auf ihren Instinkt – und erst dann, wenn es nicht läuft, besinnt man(n) sich auf eine „Betriebsanleitung“. Im Rotary Verlag erscheint regelmä­ßig eine ständig aktualisierte Ausgabe des Kompendiums „Rotary Wissen“. Dort und im Internet kann man schon viel über unsere Serviceclubs und die nationalen und internationalen Strukturen erfahren – oder nachschlagen. Hier gibt es auch Hinweise, wo im Ernstfall gegebenenfalls Hilfe ange­fordert werden kann.

Viel effektiver aber ist doch die persönliche Freundschaft mit anderen Rotarierinnen und Rotariern. Das geht in der Regel sehr einfach und schnell, wenn man mal etwas Zeit miteinander verbringt. Und wenn diese Zeit dann auch noch mit Basiswissen (oder Nachhilfe) in Sachen Rotary Interna­tional angereichert wird, wächst das Inte­resse am rotarischen Horizont jenseits der Clubgrenzen automatisch.

Klar, es gibt auch Clubs, die sich vorbild­lich um neue Freundinnen und Freunde kümmern. Hier gibt es für Distriktleitungen wenig bis nichts zu tun. Aber das Be­mü­hen, nicht zu starken Einfluss auf die Autonomie der Clubs zu nehmen, darf nicht in Untätigkeit münden. Ein entsprechendes Angebot des Distrikts muss sein. Jeder Distrikt sollte sich verpflichtet fühlen, ein Semi­nar explizit für die Freundinnen und Freunde anzubieten, die neu in den Clubs sind und die etwas mehr über Rotary wissen sollten, als der eigene Club es durchschnittlich bietet beziehungsweise bie­ten kann. Das können dann aber auch „gestandene Rotarier“ sein, die schon lange Mitglied in Rotary sind, aber durch berufliche und familiäre Inanspruchnahme bisher weniger Zeit fan­den, sich mit Rotary intensiver zu beschäftigen und vielleicht mal hinter die Kulissen zu schauen. Es passiert so viel in der großen rotarischen Familie, dass ein regelmäßiges Update nicht schaden kann, im Gegenteil. Den erhobenen Zeigefinger braucht indes niemand. Rotary muss Spaß machen, das gilt auch für das rotarische Lernen.

Idee: Familienbrunch mit buntem Programm
Warum bieten wir nicht generell einen rotarischen Familientag in den Distrikten an? Eingeladen werden alle neuen Freundinnen und Freunde mit Partnern und Kindern. Dazu die Rotexer, die Ro­ta­­racter und Interacter – und natürlich auch alle anderen Interessierten, eben die gesamte rotarische Familie. Die rotarischen Dienste stellen sich vor und speziell die Programme zum rotarischen Jugendaustausch dürften sich in jungen rotarischen Familien besonderer Aufmerksamkeit sicher sein. In einem unse­­rer zentral gelegenen größeren Distrikte zum Beispiel gibt es in diesem Jahr gut 180 Neuaufnahmen. Eine schöne Aufgabe für die Assistant Governors könnte es sein, einen Rotary-Tag als Familienbrunch regional anzubieten. Ein nettes Gartenlokal und ein Grillplatz sind überall zu finden. Wir werden uns wundern, wer da alles kommt …

Erschienen in Rotary Magazin 5/2017

Thomas Meier-Vehring
Thomas Meier-Vehring (RC Kamen) Rotary Public Image Coordinator (RPIC) Germany 2015–18, Medien­beauftragter des Deutschen Governorrates und Regional Promotion Coordinator (RPC) Germany der Rotary Foundation Centennial, Atlanta 2017

Was ist Rotary?

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global vernetzt

Rotary International ist die älteste Serviceclub-Organisation der Welt. Seit der Gründung des ersten Clubs durch vier Freunde im Jahre 1905 hat sich Rotary zu einem weltumspannenden Netzwerk entwickelt.

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