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Wetzlar/Nepal

Gelungene Hilfe zur Selbsthilfe

Wetzlar/Nepal - Gelungene Hilfe zur Selbsthilfe
Auswärtige Schüler des Agriculture Projects mit Eltern und Lehrern sowie Sonam Sherpa, dem Organisator der HCF in Nepal © Christian Kuntz

Der RC Wetzlar unterstützt seit 2012 Bildungsprojekte in Nepal.

Christian Kaiser10.06.2018

Matching Grants – oder jetzt Global Grants – kommen manchmal nicht zustande, weil vor Ort einzubindende Hostclubs auf dem Land selten und gelegentlich überfordert sind. Diese Erfahrung musste auch der RC Wetzlar machen. Von 2008 bis 2011 hatten die Rotarier noch über ein "Matching Grant" Kindertagesstätten in einem Township in Namibia mit fließend Wasser und Strom versorgt. Das Anschlussprojekt kam dann aber wegen Überlastung des Hostclubs nicht mehr zustande.

Daraufhin wollte der Club ein Hilfsprojekt in Nepal realisieren – und war mit ähnlichen Problemen konfrontiert. In dieser Situation erinnerten sich die verantwortlichen Clubmitglieder an die in der Nähe ansässige Himalayan Care Foundation (HCF), eine Nicht-Regierungs-Organisation, die Hilfsprojekte in Nepal initiiert und umsetzt. Da einige Rotarier als Mitglieder der HCF Einblick in die Arbeit der Organisation haben, war sofort eine Vertrauensbasis gegeben. So ist man sich beim RC Wetzlar sicher, dass auch alle Spenden ohne relevante Verwaltungskosten vor Ort in Nepal ankommen. 

Schule in Neue Jogaar, Nepal
Die Schule in Neue Jogaar nach dem Wiederaufbau nach dem großen Beben

Erstes Projekt war 2012 die Förderung eines Schulneubaus in einem Dorf weit abseits der Touristenwege. Die Bewohner gehören der vernachlässigten untersten Kaste an und kommen daher auch nicht an öffentliche Fördermittel. Sechs Rotarier des RC Wetzlar besuchten die Schule und überzeugten sich vor Ort von der Sinnhaftigkeit des Projektes. 2015 wurde auch das Schulgebäude von einem katastrophalen landesweiten Erdbeben zerstört. Danach förderte der Club den Wiederaufbau. Die Einweihung erfolgte 2017.

Seit einigen Jahren unterstützt der RC Wetzlar - wieder über die HCF -  ein landwirtschaftliches Ausbildungsprojekt in der Nähe. Etwa die Hälfte der Schüler lebt in einer Entfernung von sechs Stunden bis zwei Tagen Fußmarsch und muss daher in der Nähe der Ausbildungsstätte untergebracht und mit Essen versorgt werden. Diese Kosten können die armen Eltern nicht aufbringen. Der RC Wetzlar beteiligt sich hieran und ermöglicht so überhaupt die Teilnahme.

Parallel zum Unterricht wenden die Landwirtschaftsschüler ihr frisch erworbenes Wissen auf Versuchsfeldern an und erzeugen dabei eine beachtliche Menge an Lebensmitteln, die vor Ort dankbare Abnehmer findet.  Nach Abschluss ihrer Ausbildung sind sie ideale Multiplikatoren und nehmen ihre Erfahrungen mit in ihre Heimatdörfer. In der Folge steigen dort die landwirtschaftlichen Erträge und die Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln. Bodenschonende Anbaumethoden sorgen zudem für eine Eindämmung der in den Hanglagen stark verbreiteten Erosion. 

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Die Schüler versuchten eine "La Ola"-Welle für die Spender aus Deutschland.

Dank der Hilfe des Rotary Club Wetzlar werden jetzt einfache Unterkünfte für die Schüler gebaut. Zuvor wurden in der Nähe der Schule durch die HCF bereits ein Waisenhaus, eine Gehörlosenschule sowie eine Behindertenschule errichtet. Die kommenden Präsidenten des RC Wetzlar sind eingebunden und unterstützen das Nepalprojekt, so dass Nachhaltigkeit in der Projektplanung und -ausführung besteht.

Beim Blick zurück zeigt sich Christian Kuntz, Nepal-Beauftragter im RC Wetzlar, sehr zufrieden: Sind doch die Gelder, die der RC Wetzlar seit 2012 für die Nepalprojekte gespendet hat, im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe auf äußerst fruchtbaren Boden gefallen. Davon konnten sich Jahr für Jahr Clubmitglieder bei Besuchen vor Ort überzeugen. Durch ausführliche Berichte wurden auch die Daheimgebliebenen "mitgenommen" und bekamen so etwas von der Begeisterung und Dankbarkeit der Menschen vor Ort zu spüren.