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Lienz/ Osttirol

Lesepatenschaften übernehmen

Lienz/ Osttirol - Lesepatenschaften übernehmen
Alle am Projekt beteiligten Freunde, ihre Damen, belohnte Kinder und der Schuldirektor. © www.osttriol-heute.at/mühlburger

Die Arbeit von Lesepaten und Schülern ist ein gemeinsames Erlebnis sowie für eine Integration von Kindern mit Migrationshintergrund ein Neubeginn.

Heinrich Marchetti-Venier09.08.2015

Ein Pilotprojekt im Bereich Leseförderung startete an der Volksschule Lienz-Nord im Februar 2013 die rotarische Initiative "Lesestipendium". Das Projekt wurde weitergeführt und so schmökerten auch heuer verschiedene Lesepaten mit jenen Kindern, deren Lesefertigkeiten etwas Nachholbedarf hatten. In Zusammenarbeit mit dem RC Lienz/ Osttirol konnte eine weitere, deutliche Verbesserung der Lesekompetenz erreicht werden. Lesepaten halfen drei Monate lang ein Mal in der Woche Kindern der 1. und 2. Schulstufe inklusive den Integrations-Kindern in der Volksschule Lienz-Nord beim Lesen. Zwei Damen hatten die Idee zum Projekt „Lese-Stipendium/ Lese-Patenschaft“. Vom RC Lienz/ Osttirol übernahm Lukas Frey gemeinsam mit Josef Grossmann die Koordination.

Es ist sensationell, dass sich so viele Erwachsene finden, die über drei Monate hinweg regelmäßig zu den Kindern kommen um mit ihnen das Lesen zu üben", freute sich Direktor Albert Male zum Abschluss des Projekts. Die 20 minütigen Einheiten, die von Kindern und Paten während der Schulzeit absolviert werden, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Laut dem Salzburger Lesescreening, einen standardisierten Test, ist die Lesekompetenz bei allen betroffenen Kindern gestiegen. „Jene Schülerinnen und Schüler, die schon gut lesen können, haben wir nicht in das Projekt aufgenommen, sondern uns auf die Schüler und Schülerinnen konzentriert, die eine Begleitung nötig haben“, so der Direktor.

Im Mittelpunkt standen die Kinder der 2. Schulstufe. „Abgesehen von Kindern mit aktuellem Migrations- bzw. Inklusionshintergrund, welche speziell profitierten, haben die Kinder überwiegend durchschnittliche, vereinzelt auch überdurchschnittliche Leseleistungen nach SLS erreicht. Die Gefährdungszone wurde von den meisten Kindern verlassen“, so Male zu den Ergebnissen der 2. Schulstufe. Aber auch das Ergebnis der 1. Schulstufe kann sich sehen lassen. „Die Regelschüler und -schülerinnen sind nach dem Projekt deutlich aus dem Gefahrenbereich. Ein zufriedenstellendes Ergebnis gab es im Bereich der Sonderpädagogik“, freute sich der Direktor. "Auch unabhängig von der Statistik glaube ich, dass alle von dem Lesepaten-Projekt sehr profitiert haben“, betonte Projekt-Koordinator Frey. "Die Kinder haben wirklich Engagement gezeigt und man merkte, dass ihnen die Arbeit Spaß machte", erklärte er, selbst Lesepate. Zum Abschied gab es auch noch ein Geschenk für die erfolgreichen Kinder, das, wie sollte es anderes sein, ein Buch war.

Heinrich Marchetti-Venier

DDr. Heinrich Marchetti-Venier wurde in Oberösterreich geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium des Lehramtes sowie der Geistes- und Naturwissenschaften an den Universitäten Salzburg auf, es folgten die Stationen, Wien, München, Bochum, Turin, Strasbourg und Washington. Anfangs Tätigkeit in der Raumordnung, später als Historiker und Privat-Gutachter sowie Autor. Er hatte lange Zeit das Amt des Distriktberichters für die österreichischen Distrikte D 1910 und 1920 inne. Heinrich Marchetti-Venier starb im November 2015.